Deon Meyer: Die Amerikanerin

Meyer Amerikanerin Buchlingreport

Nachdem ich in letzter Zeit ein bisschen Leseflaute hatte, habe ich mich mit einem neuen Krimi von Deon Meyer belohnt. Denn die Fälle rund um den Ermittler Bennie Griessel unterhalten mich immer ungemein! Wenn ich einen dieser Bände in die Hand nehme, weiß ich, dass ich nicht enttäuscht werden.

Allerdings war die Überraschung schon groß, als ich den neusten Band der Reihe im Buchladen in die Hand nahm: Nur knapp 200 Seiten? Das war schon ein ungewöhnlich dünnes Buch für Deon Meyer. Dieses Rätsel hat der Autor aber in seinem Nachwort erklärt: er wurde ausgewählt für die niederländische „Oche der Spannungsbücher“ 2017 ein Buch mit maximal 26.000 Wörtern zu schreiben. Natürlich eine große Ehre für den südafrikanischen Autor und auch tolle Publicity. Online hatte ich gelesen, dass sich einige Leser über die kurze Geschichte beschwerten. Für mich hat es aber keinen Abbruch beim Lesen getan. Wenn man Bennie Griessel und den Stil von Deon Meyer mag, dann gefällt auch diese Geschichte. Obwohl es vielleicht hier und da sonst ausgiebigere Gespräche oder Verfolgungsszenen gegeben hätte, wenn das Buch ein normaler „Meyer“ geworden wäre.

Bennie Griessel muss dieses Mal im Fall einer ermordeten Amerikanerin ermitteln. Diese wird tot und nackt am Sir Lowry’s Pass gefunden. Lange tappen Griessel und seine Kollegen im Dunkeln. Was hat die Frau am Kap gemacht? Sie hat keine Bekannten, keine Verwandten dort. Ihre Job in London hat sie einfach gekündigt. Und ihre Familie wusste nichts von der Reise nach Kapstadt. Nach und nach kommt raus, dass die Frau als Kunstexpertin arbeitete und kurz davor war ein seltenes Bild von einem Schüler Rembrandts, Carel Fabritius, ausfindig zu machen, das mehrere Millionen Dollar wert ist. Doch wer hatte es auf die Frau abgesehen? Bennie und sein Kollegen Vaughn Cupido versuchen die Puzzelstücke wieder zusammenzusetzen, was gar nicht so einfach ist. Denn vom Handy der Frau fehlt jede Spur und die Leiche wurde mit Bleiche gewaschen, sodass es kaum Indizien gibt.

Mich hat auch dieser kurze, kompakte Krimi von Deon Meyer gut unterhalten. Ja, hier und da hätte er sonst sicher die Storyline mehr ausgebaut, mehr die südafrikanische Gesellschaft und Szenerie beschrieben. Auch die für ihn so typischen mehreren Plotlinien sind etwas kurz geraten. Aber hey, der Fall ist trotzdem super spannend geschrieben! Klar, warte ich jetzt schon wieder voller Vorfreude auf den nächsten Band. Aber für mich wurden alle Erwartungen erfüllt. Ich wurde super unterhalten und das Buch hat mich wieder ein bisschen aus meiner Lese-Lethargie geholt. Außerdem gab es einige Verweise auf das Buch „Der Distelfink“ von Donna Tartt, das auch noch in meinem Schrank liegt. Jetzt habe ich richtig Lust bekommen, dass auch ganz schnell zu lesen.

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