Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117

Fall Nummer 8 für Carl Mørck und seine Kollegen vom Sonderdezernat Q. Wer die Reihe in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass wir uns langsam auf die Zielgrade zubewegen. Denn Autor Jussi Adler-Olsen hatte angekündigt insgesamt 9 Bände für die Reihe zu schreiben. Im vorherigen Band 7 mit dem Titel Selfies fing Alder-Olsen nun endlich an, uns mehr über die Hintergründe seines kuriosen Ermittlerteams zu verraten. Während Selfies sich ganz auf die Geschichte der exzentrischen Rose konzentrierte, handelt der neue Band um den mysteriösen Assad. Schon von Beginn der Reihe gibt Assad dem Leser eine Menge Rätsel auf: Wo kommt er her? Welche Vergangenheit hat er? Das finden wir nun endlich alles heraus.

Doch das Buch startet erst einmal mit einer Frauenleiche, Opfer 2117, am Strand von Zypern. Zunächst gehen die Behörden davon aus, dass die Frau in einem Flüchtlingsboot auf dem Weg war und bei der Überfahrt ertrunken ist. So berichtet es auch der junge, ambitionierte Journalist Joan, der für eine spanische Zeitung schreibt. Aber schnell wird klar, dass die Frau ermordet wurde. Joan hat sich vor seinen Kollegen blamiert und versucht nun, die wahre Geschichte hinter der toten Frau herauszufinden, um seinen guten Ruf wieder herzustellen.

Von dem Schicksal der Toten berührt wird auch Alexander daheim in Kopenhagen. Der Videospielsüchtige Teenager will ein Statement setzen und in seinem Computerspiel so viele Punkte sammeln, bis er die Zahl 2117 erreicht hat. Dann – so droht er in mehreren Anrufen im Sonderdezernat Q – Amok zu laufen.

Und auch Assad ist geschockt, als er das Bild der Toten in der Zeitung sieht. Denn für ihn ist die Frau keine Unbekannte. Sie ist ein wichtiger Teil seiner Vergangenheit, die nun nach und nach ans Tageslicht kommt.

Ich will gar nicht zu viel von der Story rund um Assad verraten, um niemanden den Lesespaß zu verderben. Aber insgesamt muss ich sagen, dass mich die Story einfach nicht gepackt hat. Jussi Adler-Olsen hat hier irgendwie zu viele Erzählstränge aufgemacht und versucht diese in ein großes Ganzes zu packen. Aber zumindest meine Spannung beim Lesen ging auf dem Weg irgendwie Flöten. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Adler-Olsen sich nur auf die Geschichte von Assad konzentriert hätte. Auf diese Auflösung warten wir schließlich schon seit Jahren. Für mich hätte dieser ganze Seitenstrang um den Computerfreak Alex gar nicht sein müssen. Zwangsläufig musste dann auch noch etwas Hintergrundstory von Carl eingebaut werden. Aber viel zur Handlung hat das alles irgendwie nicht beigetragen.

Okay, ein bisschen ausholen muss ich nun doch, also wer sich so ganz von der Story überraschen lassen will, sollte nun nicht weiterlesen. Mich hat auch das Ende irgendwie sehr mitgenommen. Aber eher, weil ich es ziemlich makaber finde. Ein Showdown in Berlin – schön und gut. Aber dann von einem möglichen Attentat zu schreiben, genau an der Stelle, an der vor wenigen Jahren erst mehrere Menschen wirklich bei einem Attentat umkamen.. ich weiß nicht. Vielleicht sollte das alles unheimlich realitätsnah wirken. Ich fand’s etwas übel. Vielleicht auch, weil ich durch meinen Beruf damals viel von dem Attentat mitbekommen, nah am Geschehen war und auch mit Betroffenen gesprochen habe. Für mich hatte das Ende daher einen ziemlich üblen Beigeschmack.

Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn der letzte Fall von Jussi Adler-Olsen wieder genauso packend wäre, wie der erste. Lesen werde ich ihn auf jeden Fall – und lasse mich überraschen, ob mein Wunsch wahr wird.

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