Jussi Adler-Olsen: Natrium Chlorid

Fall Nummer 9 für Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q. Der norwegische Krimi-Autor Jussi Adler-Olsen legt kurz vor Weihnachten seinen neusten Thriller vor. Für Fans der Reihe um den schrulligen Ermittler Mørck und seine Kollegen Assad und Rose. Wer die Reihe seit Anfang an verfolgt weiß: Langsam sind wir auf der Zielgerade. Zehn Bände hatte Jussi Adler-Olsen angekündigt. Und in Band 9 wird es noch einmal richtig spannend so kurz vor dem Serienfinale.

In Natrium Chlorid müssen sich die drei Ermittler auf die Jagd nach einem Serienmörder machen. Losgetreten wird diese durch den Selbstmord einer Frau an ihrem 60. Geburtstag. Ihr Tod führt zur Wiederaufnahme eines alten Falls, an dem Carl und sein Vorgesetzter Marcus Jacobsen gemeinsam ermittelt hatten. Weitere Fälle scheinen auf einmal ins Muster zu passen. Einzige Gemeinsamkeit: An den Tatorten ist immer ein kleines Häufchen Salz zu finde. Das ist oftmals so unauffällig oder sieht aus wie Sand, sodass die früheren Ermittler es gar nicht wahrgenommen haben. Erst Carl Mørck, Assad und Rose erkennen die Spur und versuchen langsam die Puzzelstückchen zusammen zufügen. Denn die Fälle sind oft schon über mehrere Jahre alt und wurden längst als Cold Cases abgeheftet. Aber wie wir wissen, sind genau diese ja die Spezialität des Sonderdezernat Q aus Jussi Adler-Olsens Feder.

Wenn gegen den Ermittler ermittelt wird…

Doch es kommen Komplikationen hinzu. In der Polizeistation ermitteln auch andere Kollegen an einem alten Fall: Nämlich der des Luftdrucknaglers, den wir aus dem ersten Band der Reihe kennen. Damals kam ein Kollegen aus Carls Team ums Leben. Sein bester Freund ist seitdem gelähmt. Und nun vermutet die Polizei, dass Carl in die Geschichte verwickelt ist. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich nur sagen, dass dieser Teil der Handlung in einem fiesen Cliffhanger endet und man nun sehnsüchtig auf den zehnten und letzten Band der Reihe warten muss.

Insgesamt hat mich Jussi Adler-Olsen mit Natrium Chlorid mal wieder begeistert. Nach ein paar schwächeren Büchern in der Mitte der Reihe hat Band 9 nun wieder einen hohen Spannungsgehalt und die Geschichte erinnert mich auch inhaltlich an vielen Stellen an den ersten Band, den ich damals wirklich verschlungen hatte, weil er so packend geschrieben war.

Ganz so krass war Natrium Chlorid jetzt für mich nicht. Es ist halt doch wie bei Serien im TV oder auf Netflix. Sie ersten Staffeln sind immer die besten. Aber hier knüpft Adler-Olsen wieder an die altbekannte Stärke an und kann definitiv begeistern. Carl, Rose und Assad sind immer noch eine herrliche Kombination, die nun auch durch Gordon optimal ergänzt werden. Alle vier sind auf ihre Art spleenig, liebenswert und witzig, sodass sie nahbar wirken und man sich gerne in die Charaktere einfühlt.

Spannung bis zu letzten Seite

Der Fall, bei dessen Lösung wir das Team begleiten, ist dabei nicht einfach. Besonders zu Beginn der Story gibt es zahlreiche Rückblicke und Zeitsprünge, mit denen man sich erst einmal arrangieren muss. Auch werden von dem Ermittlerteam zahlreiche Akten gewälzt und trockene Fakten gesichtet. Aber wenn man sich da erst einmal durchgelesen hat, entpuppt sich die Ermittlung als unheimlich fesselnd.

Für mich war Jussi Adler-Olsens neuer Thriller wieder ein absoluter Lesegenuss. Der Cliffhanger am Ende ist natürlich fies, aber vom Autor schlau gewählt, um die Anspannung groß zu halten für das (hoffentlich) fulminante Finale im letzten Band. Wer also noch auf der Suche nach einem Geschenk für Lesebegeisterte zu Weihnachten ist, macht Krimi-Freunden auf jeden Fall eine riesige Freude mit diesem Buch. Und ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf Band 10!

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