David Lagercrantz: Vernichtung

Vernichtung ist Band 6 der Millenium-Reihe, die eigentlich von Stieg Larsson stammt. Nach dessen Tod wurde der Autor David Lagercrantz von Larssons Bruder und Vater beauftragt, die Geschichte um das ungleiche Gespann aus dem Journalisten Mikael Blomkvist und der Hackerin Lisbeth Salander fortzuschreiben. Wer meine anderen Posts zu den beiden vorangegangenen Büchern von Lagercrantz gelesen hat, weiß, dass ich nicht wirklich überzeugt von seinen Büchern bin. An den genialen Stil von Larsson reicht Lagercrantz bei weiten nicht ran. Dennoch wollte ich nun doch wissen, wie er die losen Enden der Geschichte im dritten Buch zusammenspinnt. 

Und ich muss sagen, von den drei Lagercrantz Büchern ist dieses wirklich der beste Band. Vielleicht, weil er sich hier endlich auf das konzentriert, was wir als Leser wirklich wissen wollen: Wie geht es mit Lisbeth weiter? Was wird aus dem Konflikt zwischen ihr und ihrer Schwester? In den vorangegangenen Büchern ging es viel um Nebenschauplätze. Und um alte Fakten, die aufgewärmt wirkten. Nun kommt es quasi zum Showdown zwischen den Schwestern. Denn Lisbeth hat den festen Entschluss gefasst, nicht mehr wegzulaufen.  

Mikael ist währenddessen in einen merkwürdigen Todesfall verstrickt. Ein Obdachloser wird auf einem Stockholmer Platz gefunden. In seiner Jackentasche hat er die Nummer von Blomkvist. Gemeinsam mit einer motivierten Gerichtsmedizinerin findet Mikael heraus, dass der Mann ursprünglich aus Nepal stammt und Sherpa war. Vor Jahren war er Teil einer Expeidition auf den Mount Everest, die für einige Teilnehmer tödlich ausging und in die einige renommierte Menschen verstrickt waren. Mikael versucht das Geheimnis dahinter zu lösen. 

Wir brauchen nicht diskutieren: Lagercrantz ist nicht Larsson. Und wird nicht an die Leistungen des Millenium-Erfinders herankommen. Die sprachliche Raffinesse und die tollen Beschreibungen und Verstrickungen gehen Lagercrantz einfach ab. Trotzdem habe ich mich hier an manchen Stellen an den ersten Band der Reihe erinnert gefühlt. Mikaels Ermittlungen erinnerte mich irgendwie an die Aufdeckung der Verstrickungen des VAnger Clans. Lisbeth ist hier natürlich auch wieder eine große Hilfe während der Recherchen. Auch die Showdown-Szene zum Schluss wirkt sehr ähnlich wie die in Band eins, ohne zu sehr in die Details gehen zu wollen.  

Mich hat dieser Band zumindest etwas mit Lagercrantz versöhnt. Ich bin definitiv nicht traurig, dass es der letzte Band von ihm sein wird. Aber wenigstens konnte er dieser zweiten Triologie einen Abschluss geben, der wenigstens halbwegs befriedigend ist. 

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