Jo Nesbø: Messer

Endlich ein neuer Fall für Harry Hole – und dieses Mal ist der alkoholgetränkte Ermittler wirklich ganz weit unten angelangt. Nachdem ihn seine Frau Rakel rausgeworfen hat, ist Harry nur noch am Trinken. So treffen wir Hole gleich zu Beginn wieder, wie er grade aus seiner Lieblingsbar rausgeschmissen wird. Völlig blau und außer Kontrolle hat er sich mit dem Barkeeper angelegt und ihm eins auf die Nase gegeben. Hole selbst erinnert sich an nichts. Hat einen kompletten Filmriss.  

Aber wer denkt, dass das schon der traurige Höhepunkt ist, der täuscht sich gewältigt. Denn kurz darauf ist Harry mit einem Mordfall konfrontiert, der ihn kaum mehr persönlich treffen könnte. Schnell glaubt Harry den Schuldigen gefunden zu haben: Svein Finne – ein Verbrecher, der schon einmal von Hole hinter Gitter gebracht wurde.  

Irgendwie will ich bei diesem Krimi in meiner Zusammenfassung wirklich nicht zu viel verraten. Denn die Geschichte hat so viele unerwartete Wendungen, dass ich es zum Teil gar nicht glauben konnte. Das fängt bereits beim Mordopfer an. Und hört bis zur Entlarvung des Täters nicht auf. Viele Verdächtige hatte ich zwischendurch ins Visier gefasst – und wurde von Jo Nesbø doch jedes Mal aufs neues wieder aufs Glatteis geführt. Auf die Lösung, die sich am Ende präsentierte, wäre ich nie gekommen. Und sie reißt nicht nur Harry in den Abgrund, sondern auch viele Freunde und Kollegen. Es scheint ganz so, als ob niemand heil aus dieser Nummer herauszukommen scheint.  

Zwischenzeitlich hatte die Geschichten Mal ein paar Stellen, die sich schleppten. Denn Nesbø holt hier ziemlich viele Komparsen mit ins Boot, die alle in die tragische Geschichte mit eingebunden werden, um am Ende wie Puzzelstücke an die richtige Stelle zu fallen. Das geht soweit zurück, dass sogar Holes Ex-Freundin plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint. Zugegeben, ob es wirklich realistisch ist, dass Harry sich in der Geschichte durch so viele Betten robbt? Ich weiß es nicht. Verstehe aber, dass Nesbø damit auch versucht falsche Fährten zu legen.

Mir hat der Krimi auf jeden Fall wieder richtig gut gefallen. Ein spannendes Buch mit unerwartetem Ausgang, das nicht wirklich zu einem Happy End führt, was ja sonst üblich ist. Aber Ende gut, alles gut ist hier definitiv nicht der Fall. Bleibt abzuwarten, welches Abenteuer Nesbø sich als nächstes für seinen tragischen Helden ausdenken wird. 

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