Die weiße Löwin ist kein Krimi, der von Auflösung lebt, sondern von einem Gefühl wachsender Unruhe. Henning Mankell erzählt weniger von der Frage, wer schuldig ist, als davon, wie Gewalt entsteht, sich vernetzt und lange Schatten wirft. Kurt Wallander stößt auf einen Mord, der zunächst isoliert wirkt. Doch je genauer …
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Jefferey Euginides: Liebeshandlungen
Liebeshandlungen erzählt nicht davon, wie Liebe gelingen kann, sondern davon, wie sehr wir uns an sie klammern, sie überhöhen und dabei oft übersehen, was tatsächlich vor uns liegt. Im Mittelpunkt steht Madeleine Hanna, Studentin der Literaturwissenschaften in den frühen Achtzigerjahren. Sie ist geprägt von großen Romanen, von klaren Gefühlen und …
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Dino Buzzati: Die Tatarenwüste
Die Tatarenwüste erzählt die Geschichte von Giovanni Drogo, einem jungen Offizier, der seine Karriere an einer abgelegenen Festung am Rande einer Wüste beginnt, die angeblich von feindlichen Mächten bedroht wird. Doch die Feinde kommen nie, und Drogo verbringt Jahrzehnte seines Lebens damit, auf einen entscheidenden Kampf zu warten, der vielleicht …
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Thomas Mann: Doktor Faustus
Dieses Buch stand schon sehr lange auf meiner To-read-Liste. In meiner Magisterarbeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Musik bei Thomas Mann beschäftigt, vor allem in den Buddenbrooks und im Zauberberg. Als ich damals immer wieder über Doktor Faustus gestolpert bin, war klar: Irgendwann musst du da ran. Ein …
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Nikolaj Gogol: Die Nase
Gogol erzählt in „Die Nase“ die Geschichte eines Beamten, der eines Morgens feststellt, dass seine Nase verschwunden ist. Nicht einfach weg – nein, sie läuft plötzlich als hochrangiger Staatsrat durch St. Petersburg und weigert sich, zu ihrem Besitzer zurückzukehren. Schon die Grundidee ist so herrlich absurd, dass man sich fragt, …
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D.B.C. Pierre: Jesus von Texas
Vernon Little sitzt ganz schon in der Scheiße. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. In der texanischen Kleinstadt Martirio verübt Vernons bester Freund Jesus einen Amoklauf. 16 Mitschüler sterben. Anschließend begeht Jesus Selbstmord. Vernon ist der einzige Überlebende in seiner Klasse und rückt dadurch selbst ins Spotlight. Warum hat …
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Marguerite Duras: Der Vize-Konsul
Mit Der Vize-Konsul habe ich wieder zu Duras gegriffen – und diesmal war es für mich keine leichte Lektüre. Wie so oft bei ihr spielt die Handlung in der ehemaligen französischen Kolonie Indien, und auch die geheimnisvolle „Stettner“ (die auch in Lol v. Stein eine Rolle spielt) taucht wieder auf. …
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Ngugi wa Thiong’o: Der Fluss dazwischen
Der Fluss dazwischen hat mich sofort in seinen Bann gezogen – nicht mit Action oder großen Wendungen, sondern mit einer stillen, eindringlichen Kraft. Ngugi wa Thiong’o erzählt hier von zwei Dörfern in Kenia, die durch einen Fluss getrennt sind, aber vor allem durch etwas viel Tieferes: die Kollision von Tradition und …
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Abdulrazak Gurnah: Diebstahl
Der Roman ist Gurnahs erster seit dem Literaturnobelpreis und führt uns in das heutige Tansania. Im Mittelpunkt stehen drei junge Menschen, deren Wege sich auf schicksalhafte Weise kreuzen. Karim kehrt nach dem Studium voller Ideen zurück in seine Heimat. Fauzia sieht in ihm nicht nur einen Partner, sondern auch die …
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Thomas Pynchon: Die Versteigerung von No. 49
Die Versteigerung von No. 49 ist ein Roman, der mich gleichermaßen fasziniert wie verwirrt zurückgelassen hat. Thomas Pynchon wirft einen mitten hinein in die Geschichte von Oedipa Maas, die nach dem Tod ihres Ex-Liebhabers als Testamentsvollstreckerin eingesetzt wird – und dabei auf ein geheimnisvolles Untergrund-Postsystem stößt. Von da an beginnt …
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