Stephen King: Schwarz ( Der dunkle Turm Band 1)

Der Dunkle Turm Schwarz von Stephen King

Ich glaube, selten hat mich ein Buch so ratlos zurückgelassen wie Schwarz von Stephen King. Schwarz ist der Auftakt zu Kings 8-bändiger Reihe „Der dunkle Turm“. Nachdem die Verfilmung ja grad im Kino läuft und Kerstin Herbert und Alex von Readpack auch beide so über die Buchreihe schwärmen, habe ich mir mal den ersten Band vorgeknöpft. Aber ich muss sagen, dass ich nach dem Lesen einfach unheimlich viele Fragezeichen im Kopf hatte.

Stephen King nimmt seine Leser bei diesem Epos mit in eine Science-Fiction-Welt, die etwas wie ein futuristischer Westernfilm wirkt.  Dabei begleiten wir den Revolvermann Roland, den letzten seiner Art, auf der Jagd nach dem namenlosen Mann in Schwarz. Rolands zweites Ziel ist der dunkle Turm. Wer die Revolvermänner sind? Quasi die Gesetzeshüter dieser Welt, die von klein auf ausgebildet werden für diese Rolle. Wer der schwarze Mann ist? Das weiß man nicht so genau. Aber Roland muss ihn aufspüren, da er ihm den Weg zum dunklen Turm weisen könnte. Und der dunkle Turm? Dieser Turm ist ein Brennpunkt aller Energie des Universums zwischen den Welten, und seit die Welt sich weiterbewegt hat, scheinen die Dinge dort falsch zu laufen. – Ganz klar, oder? 😉

Auf seiner Jagd begegnet Roland in fast verlassenen Westernstädten, Saloons oder einsamen Häusern am Rande der Wüste immer wieder auch anderen Menschen, mit denen er ins Gespräch kommt. Und denen er – und damit auch uns – einen Teil seiner Geschichte preisgibt. So findet er eines Tages auch einen Jungen Namens Jake, der einsam in einem verlassenen Haus sitzt. Jake ist in einem anderen Leben in New York gestorben und ist so irgendwie in die Mittelwelt von Roland gekommen. Der Revolvermann nimmt sich des Jungen an und sie reisen gemeinsam weiter. Es entsteht eine gewisse Bindung zwischen den beiden, aber irgendwie hat der Junge auch etwas unheimliches an sich. Gemeinsam folgen sie nun den Fährten des Mannes in Schwarz und begegnen Dämonen, uralten Orakeln und zahlreichen Gefahren. Und in den zahlreichen Gesprächen der beiden, erfahren wir immer mehr über Rolands Vergangenheit.

Spannende Handlung vs. holpriger Stil

Vielleicht merkt ihr schon an dieser Zusammenfassung: So ganz leicht ist es mit dieser Geschichte nicht. Viele Dinge werden angerissen, aber nicht aufgeklärt. Die Handlung hört manchmal abrupt auf und wird an anderer Stelle fortgesetzt. Unterhaltungen brechen einfach ab. Das macht die ganze Geschichte teilweise etwas zähflüssig zum Lesen. Dabei zieht Stephen King einen am Anfang so kraftvoll in diese fremde Welt hinein:

Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.

Schwupps. So einfach und doch so wirksam. Sofort sind wir in der Handlung drin, wissen, um wen es geht. Aber ich habe einfach noch so viele Fragen, die nicht aufgeklärt wurden, dass es mir schwerfällt ein wirkliches Urteil über das Buch abzugeben.

Ja, es ist sehr spannend und die Geschichte faszinierte mich total. Wie kommt dieser Junge da plötzlich hin? Was hat es mit diesem Turm auf sich? Wer ist der Mann in Schwarz? Und was für Geheimnisse verbirgt Roland noch vor dem Leser? Und andererseits war es dann doch manches Mal etwas dröge, weil die Handlung so holprig war, ich noch nicht richtig durchblicke, um was es hier eigentlich gehen soll.

Aber das liegt vielleicht auch daran, dass Schwarz von einem jungen Stephen King geschrieben wurde. Ganze 34 Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung des ersten Bandes 1987 und dem letzten. Inspiriert wurde King übrigens durch die Herr der Ringe Triologie von J.R.R. Tolkien. Und selbst der große Autor zweifelte wohl zunächst am Erfolg seines Buches, das zunächst als Fortsetzungsroman in kleiner Auflage erschien. Schließlich schuf King aber mit Der dunkle Turm doch das wichtigste und größte Werk seiner Karriere.

Ich habe nach dem Lesen beschlossen, mir zeitnah auch noch den nächsten Band zuzulegen. Zum einen will ich ja auch wissen, ob meine ganzen Fragen irgendwann beantwortet werden und die Geschichte etwas schlüssiger wird. Und Kerstin und Alex haben mir versichert, dass Schwarz zwar der Auftakt, aber auch der schwächste Band der Reihe ist. Man müsste unbedingt weiterlesen. Und das werde ich machen!

 

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