Lesetipp des Monats: The Mill on the Floss / Die Mühle am Floss

Hallo ihr Lieben,

hier kommt unser Lesetipp für den Monat März. Ich habe euch dieses Mal einen meiner Lieblingsklassiker der englischen Literatur rausgesucht. Vielleicht kommt ihr durch den Post ja auch auf den Geschmack 🙂
Eckdaten zum Autor:

George Eliot ist das Pseudonym der englischen Autorin Mary Anne Evans. Sie zählt zu den erfolgreichsten Autorinnen des viktorianischen Zeitalters. Sie wuchs als Tochter eines Gutsverwalters in Warwickshire auf und lernte durch die Stellung ihres Vaters viel über die unterschiedlichen Lebensweisen des Landadels und der Arbeiterschicht. Evans lebte lange in wilder Ehe mit dem verheirateten Autor George Herny Lewes, was ein Skandal in der damaligen Gesellschaft war. Ihre literarische Karriere begann mit einigen Übersetzungen und Kurzgeschichten, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Ihren großen Durchbruch schaffte Evans aber 1859 mit ihrem ersten Roman Adam Bede. Immer wieder greift sie in ihrem Werken philosophische und sozialkritische Themen auf, was ihre Bücher auch damals schon großen Ruhm einbrachte.

Hier noch ein Fun-Fakt: Mary Anne Evens hatte in ihrem Leben sieben Namen. Sie wurde ans Mary Anne Evans geboren, unterschrieb Briefe an ihre religiösen Freunde als Clematis und nannte sich nach dem Tod ihrer Mutter in Mary Ann Evans um. Schließlich hatte sie unter dem namen Marian Evans großen Erfolg als Managerin der Westminster Review, brüskierte die feine Gesellschaft als Marian Evans Lewes und kam als George Eliot zu Weltruhm. Letztlich starb sie als respektable Ehefrau Mary Ann Cross, dem Nachnamen ihres 20 Jahre jüngeren Manns.
Wichtigste / Bekannteste Werke:
  • Adam Bede, 1859
  • The Mill on the Floss, 1860
  • Silas Marna, 1861
  • Middlemarch, 1871
  • Daniel Deronda, 1876
Inhalt:

Hauptfigur des Romans ist die einfühlsame und liebesbedürftige Maggie Tulliver, die wir in sieben Bücher von ihrer Kindheit bis ins junge Erwachsen sein mitverfolgen. Maggies wohlhabende Familie ist seit Generationen im Besitz der Dorlcote Mill am Floss. Doch Maggies Vater treibt durch schlechte Geschäftsstrategien und leichtsinniges Geldverleihen die Familie in den Ruin. So muss er die Mühle ausgerechnet an seinen großen Rivalen Wakem verkaufen und stürzt sich selbst in den Tod.

Auch eine Generation später ist die Rivalität zwischen den Tullivers und den Wakems noch groß. Maggies Bruder Tom bekommt Privatunterricht bei einem Pfarrer – ausgerechnet genau mit Wakems künstlerische begabten aber buckligen Sohn Philip. Schnell wird deutlich, das Philip starke Gefühle für Maggie entwickelt – für das junge Mädchen ist das etwas ganz neues, da sie in ihrer Familie nicht viel Aufmerksamkeit bekommt. Die Eltern bevorzugen eher den Sohn, der ja schließlich das Geschäft fortführen soll. Und Tom verhält sich Maggie gegenüber auch oft unfair und herrschsüchtig. Trotzdem haben die beide eine besondere Bindung zueinander, die in der weiteren Handlung große Bedeutung hat und ein dramatisches Ende herbeiführt.

Unsere Meinung:
Ja, die Geschichte um Maggie ist etwas vorhersehbar und vielleicht auch etwas zu kitschig. Gerade dem zweiten Drittel des Buches wird von vielen Lesern und Kritikern vorgeworfen, dass es zu flach ist, die Wendungen zu offensichtlich ist und schon es total deutlich ist, dass Maggie eine tragische Heldin ist. Wenn man das so liest, möchte man meinen, dass die Geschichte gar nicht so lesenswert ist. Aber ich mochte die Geschichte um Maggie trotzdem unheimlich gerne. Nie ist wird es langweilig und ich habe beim Lesen die ganze Zeit mit Maggie mitgefiebert, war traurig, wenn sie ungerecht behandelt wurde und habe trotz aller Anzeichen immer auf ihr Happy Ending gewartet. Natürlich ist auch die komplexe Bruder-Schwester-Bindung spannend zu beobachten. Beide versuchen ihr ganzes Leben lang ihren Rollen in der Gesellschaft gerecht zu werden – und gehen daran schließlich zu Grunde. Daher mein Prädikat: tragisch-schöner Roman!
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