Iwan Turgenjew: Väter und Söhne

Väter und Söhne Turgenjew Buchlingreport

Väter und Söhne ist wohl der bekannsteste Geselschaftsroman des russischen Autors Iwan Turgenjew. Darin behandelt er die Kontroversen zwischen den Generationen in Russland sowie den gesellschaftlichen Umbruch um 1860, als der Roman entstand. Turgenjew zeichnet hier durch die Augen seiner Protagonisten ein gelähmtes Land, das seinen Aufbruch in die Moderne noch vor sich hat.

Der junge Arkadi hat so eben sein Studium abgeschlossen und macht sich auf den Weg nach Hause zu seinem Vater Nikolai Kirsanow. Dieser lebt zurückgezogen auf dem Land gemeinsam mit seinem Bruder Pawel. Die beiden Brüder zählen zu den Vertretern der alten Ordnung und staunen nicht schlecht, als ihr Arkadi gemeinsam mit seinem Freund Basarow heimkehrt – und die jungen Herren sich so ganz gegen die alten Vorstellungen und Sitten der alten Herren stellen. Besonders Basarow, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält, eckt bei den beiden Alten an. Laut Basarow sind alle Künste nur bloße Romantik, sämtliche Werte und Autorität sollte man ablehnen. Einzig der „Nihilismus“ zählt.

Doch kaum lernen Basarow und Arkadi die schöne Witwe und Gräfin Odinzowa kennen, scheinen alle guten Vorsetze und Ideale über Bord geworfen. Beide verlieben sich in die Powerfrau und entfremden sich so voneinander. Für einen der beiden bringt die Geschichte ein schreckliches Ende und einen frühen Tod, der andere darf sich über eine Hochzeit freuen.

Turgenjews Gesellschaftsroman ist kein besonders dickes Buch, wie man es sonst von Tolstois Epen beispielsweise kennt. In ca. 300 Seiten bringt er seine Geschichte zu Ende. Dabei geht die Handlung recht langsam voran. Im Mittelpunkt stehen hier eher Dialoge und Streitgespräche zwischen den Charakteren, die ihre Weltanschauungen gegeneinander – im wahrsten Sinne des Wortes – bis aufs Blut verteidigen. Nebenbei schafft Turgenjew es aber auch, Schilderungen über die missliche Lage der Landbevölkerung im Vergleich zum Landadel gegenüberzustellen und seinen Lesern so ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit zu zeichnen.

Ich habe übrigens die wunderschöne illustrierte Ausgabe des Romans der Büchergilde Gutenberg erstanden. Darin ist die Geschichte mit zahlreichen Zeichnungen des Künstlers Matthias Beckmann versehen, die das Lesen dieses Klassikers gleich noch einmal mehr versüßen.

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