Besuch auf der Leipziger Buchmesse

In diesem Jahr hat es endlich mal wieder geklappt. Schon lange wollte ich mal wieder auf eine Buchmesse gehen! Zwar war es dieses mal auch nur ein Tagesausflug, aber hey – wenigstens etwas Messeluft schnuppern, an wundervollen Verlagsständen stöbern und in lauter tollen Bücher blättern. Für einen kleinen Rausch von Buchtrunkenheit reicht ein Tag Leipzig also allemal. Auch wenn man als Süchtiger immer mehr will. 🙂

Also, früh aus den Federn, ab zum Hauptbahnhof und dann in die Messehallen. Schon morgens strömten Massen an Buchliebern in die Glashalle. Für mich immer schön zu sehen, dass wir Buchliebhaber immer noch so ein großes Volk sind.Vorgenommen hatte ich mir für diesen einen Tag nichts, zwei Termine hatte ich vorab ausgemacht. Ansonsten wollte ich mich einfach treiben lassen und schauen, was es zum Entdecken gibt.

Bei meinem ersten Gespräch hatte ich nicht nur das Glück mit ganz viel tollen Lesestoff versorgt zu werden, sondern auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn während des Treffens kamen grade Christian Schünemann und Jelena Volić vorbei. Die beiden schreiben Krimis um die Figur Milena Lukin, Kriminologin mit deutschem und serbischen Pass, die bereits in zwei Fällen ermitteln musste: Kornblumenblau und Pfingstrosenrot. Die beiden waren sogar so lieb und haben mir meine beiden Bücher signiert und mit Christian Schünemann hab ich sogar noch einen kleinen Plausch halten können, u.a. darüber wie unterschiedlich Kritiken von Bloggern und von Literaturkritikern sind. Ich war natürlich happy zu hören, dass Schünemann die Bloggerpost viel ehrlicher und „näher“ dran am Leser findet. Heiß begehrt am Diogenes-Stand war auch der neue Irving, der aber leider noch nicht verkauft wurde – auch wenn die Standbesucher noch so sehr gebettelt haben.

Weiter ging es: Obligatorisch war auch ein Blick in die Manga- und Comichalle. Schließlich sieht man selten so viele bunt verkleidete Menschen auf einem Haufen – es sei denn es ist Karneval. Kunstvolles, Kreatives und Kurioses – hier war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Wobei die Stände eigentlich fast uninteressant waren, im Vergleich zu den ausgefallenen Kostümen der Besucher. Mein absoluter Favorit waren Mary Poppins und Bert, die aussahen, als ob sie gleich auf ihre Karousselpferde hüpfen wollten. Kurios waren aber auch drei Ladies, die in Kleider umherspazierten, die komplett aus Unterwäsche geschneidert waren…

Bei Droemer Knaur war mal wieder die Hölle los, da Sebastian Fitzek am Stand war und Autogramme gegeben hat. Da gab es sogar große Streitigkeiten und Vordrängeleien, spannend so etwas bei einem Buchautor zu erleben. Für mich nicht ganz so spannend, weil ich kein allzu großer Fan von ihm bin (auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt vielleicht einige mit Eier oder matschigen Tomaten bewerfen wollen). Aber ein Blick in das wundervolle große Regal, dass der Verlag immer auf der Messe dabei hat, musste natürlich sein! Danach habe ich mir lieber in Ruhe den Dumont stand angesehen. Einmal durch die neusten Bücher von Murakami blättern! Ich liebe das tolle neue Cover-Design, dass Dumont zur Zeit für seine Bücher verwendet. Die sind so hübsch und farbenfroh! Ganz einzigartig. Hatte dann auch noch ein nettes Gespräch, in dem ich aber leider erfahren musste, dass mein Traum, Murakami mal live bei einer Lesung zu erleben, wohl Utopie und Wunschdenken bleiben wird. Murakami lebt wohl unheimlich zurückgezogen, ist den ganzen Trubel um seine Person etwas leid. In Japan kann er wohl kaum einen Schritt auf die Straße tun, sodass er nun in Hawaii lebt. Aber egal, solange er weiter solche tollen Romane schreibt bin ich auch glücklich!

Bei KiWi war die Standdeko ein toller Hingucker: Ein riesen Bücherstapel, vor dem sich diverse Besucher aus allen Blickwinkeln fotografieren mussten.. ja, ok – ich natürlich auch 😉 Hier war vor allem „Der Pfau“ sehr präsent, der ja zur Zeit in aller Munde ist. Und beim Aufbau Verlag wurden die neuen Ausgaben von Deon Meyers Krimis alle ausgestellt.Wer die noch nicht kennt, unbedingt lesen!

Im Antiquariat musste auch gestöbert werden. Schwupps ist der SuB wieder um zwei Bücher mehr gewachsen, aber dafür eine bin ich jetzt stolze Besitzerin von einem Voltaire (Candide, Zadig und Der weiße Stier) und Stendhal (Die Kartause von Parma), die ich immer schon mal lesen wollte. Großartig fand ich den „Lesen statt Putzen“ Beutel, denn ich unheimlich gerne mitgenommen hätte, aber da waren tatsächlich schon alle von verkauft. Und spannend waren auch die Taschen aus Zeitungspapierstreifen – was man mit denen wohl macht, wenn es plötzlich regnet?

Dann hatte ich noch einen tollen Termin bei Manesse, Pantheon und DVA Sachbuch, um die Verlagsvorschauen durchzusprechen. Mein persönliches Highlight: Irène Némireovskys Pariser Symphonie, das im April erscheinen wird.Aber auch Tom McCarthys Satin Island, ein Kafkaesker Roman über „U.“ der einen großen Bericht über unser Zeitalter schreiben soll, klang unheimlich spannend. Für Fans von Kuriosem: Bei DTV gibt es jetzt auch ein herrliches Ausmalbuch mit dem Titel „Tapetenwechsel“, das 20 Tapeten aus verschiedenen Epochen vorstellt, die man anschließend selber ausmalen kann, z.B. eine mit riesigen Ananassen.

Bei Egmont Graphic Novels habe ich eine witzige „Biographie“ von Agatha Christie entdeckt, die nun definitiv auf die Wunschliste gerutscht ist. Und an einem anderen Stand (habe leider vergessen mir aufzuschreiben, welcher Verlag es war) gab es wunderhübsche kleine Bücherschuber, zauberhaft verziert und fast wie für ein Puppenhaus gedacht!

Leider gingen die 8 Stunden Messe wie immer viel zu schnell um. Ich hätte noch so viel stöbern können! Aber gut, traurig sein hilft nichts. Ich habe auf jeden Fall jede Menge neue Ideen und Eindrücke gesammelt. Und den Vorsatz gefasst, wieder öfter auf die Messe zu gehen. Der letzte Besuch war tatsächlich schon 3 Jahre her. Vielleicht klappt es ja bereits bei der nächsten Messe in Frankfurt. Und dann würde ich mich tatsächlich freuen, den einen oder anderen Blogger vor Ort zu treffen. Das hat dieses Mal leider nicht geklappt.

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