Rebecca Gablé: Die Hüter der Rose

Ich habe mal wieder einen ganz schönen Bücherbrocken von meinem Stapel ungelesener Bücher gerettet: „Die Hüter der Rose“ von Rebecca Gablé. Der Roman ist der zweite Band in der Waringham-Saga. Darin verarbeitet Gablé englische Geschichtsfakten aus dem Mittelalter und kombiniert sie mit dem Schicksal der fiktiven Adelsfamilie Waringham.

In „Die Hüter der Rose“ liegt der Fokus auf den Jahren 1413 – 1442. Henry IV ist zunächst noch König von England. Nach seinem Tod wird sein erst 8 Monate alter Sohn Henry V König von England. Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich ist ins Stocken geraten. Henry möchte diesen wieder befeuern. Denn der französische König Charles VI ist krank und das Land geschwächt. Und auch der berühmt berüchtigten Jeanne d’Arc begegnen wir im Laufe der Handlung.

Um diese historischen Geschehnisse rankt Gablé nun die Geschichte der Waringhams. War in „Das Lächeln der Fortuna“ noch Robin im Zentrum der Handlung, rückt der Fokus nun auf seinen jüngsten Sohn John. Der am Anfang erst 13jährige Junge möchte endlich aus dem Schatten seiner weit älteren Brüder heraustreten. Er möchte Ritter werden und dem König dienen. Er glaubt, dass sein Vater ihn zu einem Bischof in die Lehre geben will. Deshalb nimmt der Junge sich ein Herz und reißt aus nach Winchester, wo das Schicksal ihn tatsächlich an den Hof des Königs führt.

Im Laufe des Buchs schildert Rebecca Gablé, wie John nach und nach am Hof aufsteigt, aber auch mit welchen Problemen er kämpfen muss. Er deckt Komplotte gegen den König auf und kämpft in Frankreich für sein Land und die Krone. Aber er verliebt sich auch in Juliana of Wolvesey. Sie ist eine uneheliche Tochter des Bischofs, für den John dienen sollte. Und der ist gar nicht begeistert, über das Interesse von John. Also brennen die beiden heimlich durch und heiraten. Damit zieht John leider auch den Zorn von Julianas eigentlich vorgesehenen Ehemann auf sich. Außerdem lauern auch innerhalb der Familie Probleme. Denn einer aus der Verwandtschaft treibt ein falsches Spiel.

Rebecca Gablé hat einfach ein Talent Geschichtsfakten spannend aufzuarbeiten und diese mit ihren erdachten Charakteren zu verknüpfen. Keine Passage dieses über 1000 starken Buches war Langweilig oder hat sich gezogen. Alle Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn es eine ganze Reihe Namen waren, die zum Teil auch ähnlich sind. Hier kann man schnell mal den Überblick verlieren. Aber die Autorin schafft es, einem die damalige Politik und die Gesellschaft näherzubringen, ohne dabei auszuschweifen.

Insgesamt war der Roman unheimlich kurzweilig, facettenreich, opulent und spannend! Man fühlt mit den Waringhams mit in allen Höhen und Tiefen, die sie überstehen müssen. Der zweite Teil steht seinem Vorgänger in nichts nach und nun möchte ich natürlich wissen, wie es mit den Waringshams weitergeht und wie sie die bevorstehenden Rosenkriege überstehen.

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