Christian Kraus: Töte, was du liebst

Ich muss sagen, ich habe lange nicht mehr so ein schlechtes Buch gelesen! „Töte, was du liebst“ von Christian Kraus war leider ein absoluter Fail für mich. Das ich es überhaupt beendet habe, ist ein Wunder. Aber ich habe ja immer die stille Hoffnung, dass selbst der schlechtes Plot noch besser wird. Aber nein! Hier war wirklich gar nichts mehr zu retten.

Worum geht es? Eine Mordserie erschüttert Hamburg. Erst sind es tote Katzen. Dann eine Leiche. Schließlich wird ein Jogger angegriffen, kann aber entkommen. Der Fall fällt genau auf den Start von Kommissar Alexander Pustins neuer Stelle bei der Hamburger Mordkommission. Der Ermittler ist sofort an dem Fall dran, lässt sich aber leicht durch seine Faszination für die Gerichtsmedizinerin Luise Kellermann ablenken. Die zeigt ihm zunächst die kalte Schulter. Aber Alexander bleibt standhaft und erobert nach und nach ihr Herz. Doch Luise scheint in Gefahr zu sein. Sie fühlt sich von dem Mörder verfolgt. Könnte sie das nächste Opfer sein? Und inwiefern ist der Täter mit ihrer Vergangenheit verbandelt?

Die Story klingt eigentlich zunächst recht spannend. Und ich fands auch recht cool, dass Christian Kraus gleich zu Beginn aus der Perspektive des Mörders einsteigt. Innerhalb weniger Seiten ist erst eine Katze tot und dann folgt gleich das erste menschliche Opfer. Doch alles, was danach kam, war einfach ziemlich unzusammenhängend und die Story machte nicht so recht Sinn für mich. Erst ist Luise total abweisend, nur um dann wenige Seiten später schwer verliebt in Alexander zu sein? Sie ist Gerichtsmedizinerin und fällt dann beim Anblick einer Leiche in Ohnmacht? Und der Ermittler Alexander hat von Christian Kraus auch nur die Aufgabe bekommen, Luise anzuhimmeln. Wirklich ermitteln tut er nicht. Und wenn die beiden ein Paar sind, hätte er nicht von dem Fall abgezogen werden müssen, wenn seine Freundin auf einmal Tatverdächtige ist?

Eigentlich passiert die ganze Ermittlung nur am Rande. Im Mittelpunkt steht mehr Luises Vergangenheit, die Rivalität von Alexander und seinen Kollegen, die privaten Probleme des Ermittlers mit seiner Familie, die für die Story auch wirklich nichts getan haben. Aber eigentlich war das auch egal. Da man schon nach wenigen Seiten wusste, wer der Mörder ist. Die Sprache ist dabei sehr einfach, lässt sich schnell weglesen und wirkt dabei genauso unmotiviert wie die Ermittlungsarbeiten.

Am meisten geärgert habe ich mich aber über die schlimmen Vergleiche und Formulierungen von Christian Kraus. Luise muss sich permanent den Lippenstift nachziehen. Ihr blasser Schneewittchenlook lässt sie verletzlich wirken. Und im nächsten Moment ist das Makeup wie ein Schutzschild für sie:

„Dabei war Luise immer eine graue Maus. Alexander, der Polizist, hat Farbe in ihr Leben gebracht“

Christian Kraus: Töte, was du liebst

„Sie hatte ihre Maske aus Schminke abgelegt, ohne die sie sich seit der Pubertät  nicht mehr unter Leute gewagt hätte.“

Christian Kraus: Töte, was du liebst

Mein größter Aufreger war allerdings folgende Szene, nach der ich das Buch am liebsten in die Ecke geworfen hätte:

Falls Rafael sie ermordetet, dachte sie, hätte sie zumindest, zum ersten Mal in ihrem Leben, einen Orgasmus erlebt.“

Christian Kraus: Töte, was du liebst

Was für ein absoluter Blödsinn und Stuss! Mein Fazit ist daher ein ganz großes: Bloß die Finger von lassen!

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