Lesetipp des Monats: Die Zeitmaschine

Nachdem der Monat Februar etwas ruhiger bei uns war, gibt es jetzt wieder den Lesetipp des Monats. Dieses mal haben wir wieder einen Klassiker der Weltliteratur für euch als Empfehlung ausgesucht, der sogar der Begründer eines eigenen Genres ist.

Eckdaten zum Autor:

Herbert George Wells ist weltweit bekannt für seine Science-Fiction-Romane, die er selbst gerne als Scientific Romances bezeichnete. 1866 in London geboren hatte der junge Bertie schon als kleiner Junge eine große Leidenschaft fürs Lesen. Nach der Schule arbeitete Wells aber zunächst als Lehrling in einer Tuchhandlung, als Hilfslehrer oder Apothekergehilfe. Schließlich erhielt er ein Stipendium und studierte Physik, Chemie, Geologie, Astronomie und Biologie. Seine erste Geschichte schrieb er ebenfalls in der Studienzeit und hatte bereits damit großen Erfolg, der ihn ermutigte weiterhin schriftstellerisch Tätig zu sein. 1893 startete Wells seine Schriftstellerkarriere dann richtig, denn durch eine Lungenblutung war er gezwungen ausschließlich im Sitzen zu arbeiten. Er schrieb diverse Kurzgeschichten, Essays und Buchbesprechungen für Zeitungen und Zeitschriften. In diese Zeit vielen auch seine große Wissenschaftsromane wie die Zeitmaschine und Krieg der Welten. Diese waren quasi der Beginn der heutigen Science-Fiction-Romane. In seinem Roman The World Set Free von 1914 sah Wells sogar die Entwicklung der Atombombe voraus. 1946 verstarb H.G. Wells in London.

Wichtigste und bekannteste Werke:

Inhalt:

Ein namenloser Zeitreisender hat eine Maschine entwickelt, die durch die 4. Dimension – also die Zeit – reisen kann und präsentiert seine bahnbrechende Erfinden einigen ungläubigen Wissenschaftlern und Freunden. Um unter Beweis zu stellen, dass die Zeitmaschine wirklich funktioniert, reist der Wissenschaftler schließlich in die Zukunft. Genauer gesagt in das Jahr 802701. Dort entdeckt er, dass die Gesellschaft, wie er sie kannte, nicht mehr existiert. Es gibt nur noch kleine menschenähnliche Wesen, die sich in zwei verschiedene Rassen entwickelt haben: die – wie er sie nennt – Eloi und die Morlocks. Sprache und Lebensweise dieser beiden Gattungen scheinen dem Zeitreisenden sehr unterentwickelt. Und er versucht nach und nach immer mehr über diese Wesen herauszufinden. Die Eloi scheinen naive aber glückliche Wesen zu sein, die harmonisch in  einer überirdischen Gemeinschaft leben. Wie sich versorgen, ist dem Reisenden allerdings lange ein Rätsel, denn nichts deutet auf hin, dass die Wesen einer Arbeit nachgehen.

Dann sind da noch die gruselig aussehenden  Morlocks. Sie leben im Untergrund, in Höhlen, sind lichtscheu und wirken auf den Zeitreisenden gefährlich und Angst einflößend. Erst scheint es so, dass die Eloi die Morlocks unterjochen, wie einst die oberen Schichten die Arbeiterklasse. Doch bald wird deutlich, dass die Eloi sich sehr vor den Morlocks fürchten und sich verkriechen, sobald es dunkel wird und die anderen Wesen herauskommen…

Unsere Meinung:

Was für ein tolles Buch! Meiner Meinung nach hat diese Geschichte die perfekte Mischung aus Sci-Fi, Abenteuerroman und Philosophie. Der kurze, knappe Erzählstil erinnerte mich sehr an die Bücher von Jonathan Swift und Daniel Defoe. Sehr nüchtern werden die Erlebnisse geschildert, eher wie ein Tatsachenbericht. Schließlich erzählt der Zeitreisende die Geschichte ja auch nach seiner Rückkehr seinen ungläubigen Bekannten und anderen Wissenschaftlern. So manches Mal hätte ich mir dort vielleicht etwas intensivere Schilderungen und Beschreibungen gewünscht. Aber der Reiz ist es dann doch wieder, zwischen den Zeilen zu lesen.

Und dort verpackt ist natürlich ganz schön harter Tobak. Denn die Gesellschaftskritik tritt zwischen ihnen natürlich sehr deutlich hervor. Ganz offensichtlich geht es um Klassenunterschiede und Unterdrückung. Beeindrucken ist aber einfach auch, dass Wells mit diesem Roman quasi die Gattung Dystopie mit begründet hat. Außerdem gilt Die Zeitmaschine als Schlüsselwerk zur Entstehung des Steampunks – also jener literarischen Strömung aus den 1980gern, die moderne und futuristische Elemente mit denen aus dem vktorianischen Zeitalter verknüpft (auch Retro-Futurismus genannt).

Vielen Dank an den Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!

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