Lesetipp des Monats: Der Golem

Im März möchte ich euch einen Zeitgenossen von Franz Kafka vorstellen: Gustav Meyrink. Er hat mit seinem Roman „Der Golem“ in den Jahren zwischen 1915 und 1920 einen echten Bestseller gelandet – es ist eines der meist gelesenen Bücher dieser Zeit!

Eckdaten zum Autor:

Gustav Meyrink wurde am 19.1.1868 in Wien geboren. Von 1889 bis 1902 lebte und arbeitete er als Bankier in Prag, dem Handlungsort seines Romans „Der Golem“. 1905 zog er nach München und war als freier Schriftsteller tätig. Er starb 1932 in Starnberg. Das besondere an Meyrink und seinen Werken ist die Neigung zum Okkulten und Spirituellen. 1927 konvertierte Gustav Meyrink vom Protestantismus zum Mahayana-Buddhismus. Seine Werke gehören deswegen auch zum Genre der phantastischen Literatur, wie z.B. auch die Werke des bekannten E.T.A. Hoffmann. Sie mögen also einen etwas esoterischen Touch haben, aber gerade das Übernatürliche und Ungreifbare macht sie so spannend. Sie zeugen von alternativen Ideologien der damaligen Zeit.

Wichtigste / Bekannteste Werke:

  • 1913: Des deutschen Spießers Wunderhorn, 3 Bände
  • 1915: Der Golem
  • 1916: Das grüne Gesicht
  • 1917: Walpurgisnacht
  • 1921: Der weiße Dominikaner

Inhalt:  

Ein namenloser Erzähler fällt in seinem Prager Hotelzimmer nach der Lektüre eines Buches über das

Leben des Buddha Gotama in einen unruhigen Halbschlaf. Er träumt, er sei der Gemmenschneider Athanasius Pernath und finde sich in einem geheimnisvollen Labyrinth im Prager Ghetto wieder. In dessen gespenstischer Atmosphäre voller Liebe, Leidenschaft, Hass, Intrigen und Verbrechen, Angst und Grauen begegnet „Pernath“ dem Golem, der als Doppelgänger des Menschen erscheint. Seine Begegnung mit dem Golem gipfeln im Wunsch und in der Hoffung, ein erlöstes, unsterbliches Ich zu erlangen. Als der Erzähler wieder aufwacht, findet er einen Hut mit dem Namen Athanasius Pernath. Bei seinen Nachforschungen entdeckt er weitere Spuren des Geträumten in der so genannten Wirklichkeit. Der Schluss, in dem der Erzähler sich selbst, d.h. seinem geträumten Ich als Doppelgänger begegnet, lässt ihn – und mit ihm die Leser – im Ungewissen über den Wirklichkeitscharakter des Erlebten.

(Inhaltsangabe aus „Das Buch der 1000 Bücher“)

Unsere Meinung:

Ein echter Klassiker der deutschen Literatur mit Gruselfaktor – davon gibt es nicht viele. Deswegen sollte man ihn gelesen haben. Sprachlich und Stilistisch ist der Roman einfach zu lesen, die schaurigen Momente der Handlung sorgen für einen hohen Spannungsfaktor. Deswegen finde ich, dass „Der Golem“ eine sehr kurzweilige und gleichzeit enorm tiefgründige Lektüre ist. Wer will steigt tiefer in die verschiedenen dargestellten Weltanschauungen ein. Wer nicht, der liest den Roman als unterhaltsame Schauergeschichte à la Edgar Allan Poe.

Für 6 Euro könnt ihr die aktuelle Ausgabe aus dem Anaconda-Verlag haben. Ist es nicht toll, dass Klassiker solche Schnäppchen sind? Wer einmal online reinlesen will, kann das beim Projekt Gutenberg tun.

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