Don Winslow: Kings of Cool

Kalifornien im Jahr 2005: Ben, Chon und O (kurz für Ophelia) sind die besten Freunde – und Geschäftspartner. Sie dealen mit Marihuana und ziehen sie ein richtig großes Business auf. Denn sie verticken nicht einfach nur hier und da ein paar Tütchen als Zwischenhändler. Nein, sie haben ein ganzes Haus gekauft, extra präpariert, damit die Nachbar und die Polzei nichts merken, und züchten darin nun das feinste Grass von Laguna Beach. Damit lässt sich natürlich jede Menge Geld machen. Und so können die drei ein einfaches Leben führen mit chillen am Strand und jede Menge Partys. Doch wo Sonne ist, ist auch Regen meist nicht weit. Und so bekommen die drei schnell Probleme mit rivalisierenden Dealern und korrupten Polizisten.

Zeitsprung: Laguna Beach im Jahr 1967. Schon damals war der Strand der Treffpunkt für Surfer, Hippies und Drogendealer. Damals lernt der 14jährige John „Doc“ kennen, der ihn in sein Drogenbusiness ausnimmt und wie eine Vaterfigur für ihn wird. Und dann gibt es da noch Kim, die mit ihrer Mutter in einer Kommune lebt, unbedingt von dort ausbrechen und sich einen reichen Mann angeln will. Durch ständige Wechsel zwischen den Jahren erfahren wir nach und nach welche Rolle John, Doc und Kim für das Schicksal von Ben, Chon und O spielen und wie ihre Geschichten mit einander verwoben sind…Ich muss zugeben – das Buch habe ich mir nicht selber ausgesucht. Mein Mitbewohner ist ein großer Fan von Don Winslows Romanen und meinte, ich müsse Kings of Cool unbedingt lesen. Und da ich ja gerne auch mal über den Tellerrand gucke bei der Buchauswahl, habe ich mir das Buch gleich ausgeliehen. Die Bewertung fällt mir diesmal allerdings recht schwer. Kiffergeschichten am Strand kann ich eigentlich nicht wirklich etwas abgewinnen. Davon zu schreiben, wie easy das Leben doch sein könnte, wenn man nur ein ganzes Haus voll Drogen hat und ständig zugedröhnt ist geht mir ehrlich gesagt gewaltig gegen den Strich. Wenn einen dann als erster Satz des Buches auch noch „Fuck me“ entgegen schreit, fühlt man sich nicht unbedingt gleich „willkommen“ – also ich zumindest.

Aber obwohl die Story mich nicht gecatcht und schon gar nicht beeindruckt hat, fand ich den Schreibstil von Don Winslow echt spannend. Kurz abgehackte Sätze, die manchmal nur aus einzelnen Wörter bestehen. Kapitel aus wenigen Sätzen, Drehbuchartige Szenen. Dadurch nimmt die Story unheimlich schnell Fahrt auf. Viel cooler fand ich allerdings die vielen versteckten Anspielungen, Film- und Songzitate, die Winslow in den Text eingeflochten hat. Auf sowas stehe ich wiederum total! Wie die Wortspiele in der deutschen Übersetzung umgesetzt wurde, weiß ich nicht, da ich das Buch auf englisch gelesen habe. Aber da hat es richtig Spaß gemacht diese kleinen „Schmankerl“ zu entdecken. Mein Fazit daher: Lahme Story, aber cool geschrieben! Ist auf jeden Fall mal ein anderes Lesefeeling!

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5 Antworten

  1. Hi,
    Der Name Don Winslow ist mir in letzter Zeit öfter mal begegnet, ich wusste aber bisher gar nicht, was er so schreibt. Nach deiner Rezension und wenn alles was er schreibt so in die Richtung geht, ist er wohl eher nichts für mich. Der Schreibstil würde mich vielleicht reizen, aber bei dem Inhalt dann doch eher in Form einer Kurzgeschichte und nicht als Roman. Die Thematik ist einfach so gar nicht meins, da gehts mir genauso wie dir.
    Liebe Grüße
    Alesha

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