Deon Meyer – Schwarz Weiß Tot

Deon Meyer Schwarz Weiß Tod Buchlingreport
„Sonntagmorgen, zwei Uhr. Das Jaulen eines Motors riss mich aus dem Schlaf, zu hochtourig, zu nahe, zu verzweifelt für dieses Dorf, diese Uhrzeit.“
Ich bin ein riesiger Fan des Krimiautors Deon Meyer. Vor einigen Jahren habe ich eines seiner Bücher geschenkt bekommen und lese mich nun nach und nach durch die alten und neuen Storys. So bin ich auch zu Schwarz Weiß Tot gekommen. Bei dem mich eine kleine Überraschung erwartete.
Die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken verspricht eine Geschichte über den in Ungnade gefallenen Polizeioffizier John October, der jetzt nur noch das Polizeiarchiv leitet und auf seine Pensionierung wartet. Doch eines Tages meldet sich ein Mädchen bei ihm, das behauptet, zwei unaufgeklärte Morde lösen zu können. Was der Klappentext aber nicht vorher sagt: Dies ist nur eine von sechs Kurzgeschichten, die Deon Meyer früher geschrieben hatte und nun in Schwarz Weiß Tot als Sammlung herausgegeben werden. So war ich dann doch etwas verwirrt beim Lesen, als es die ersten Seiten nur um den Bodyguard Lemmer geht, der sich in „Karoonacht“ mit einer alten Stasiakte auseinandersetzen muss. In den anderen Storys trifft man viele alte Bekannte aus Meyers anderen Büchern: Bennie Griessel, der einen mutmaßlichen Selbstmord entschlüsselt. Oder Sersant Dekker wird selbst Opfer einer Erpressung. Und dann ist da noch Luitenant Muller, der seinen 14 Tage vermissten Kollegen aufspüren soll. Einzig „Der Schuh der Maria“ fällt etwas aus der Rolle, da die Geschichte im Gegensatz zu den anderen nicht in Südafrika sondern in Italien spielt. Hier musst der Mord an einem Model aufgeklärt werden. Erst ganz zum Schluss kommt Octobers mysteriöser Fall zum Einsatz.

Dieses Buch darf man definitiv nicht mit Deon Meyers andere Krimis vergleichen. In den Kurzgeschichten kommt Meyers Krimi-Talent meiner Meinung nach nicht wirklich zur Geltung. Oft fehlt der Tiefgang und dadurch auch die nötige Spannung hinter den Geschichten. In John Octobers Geschichte bedient sich Meyer außerdem noch am Metaphysischen, wodurch das Ganze in Richtung Fantasy rutscht. Im Anhang erklärt der Autor zwar, was ihn zu den einzelnen Plots bewogen hat, was ja auch mal ganz spannend zu erfahren ist – aber ich finde dieses Buch wirklich das schwächste, was ich von Meyer gelesen habe. Wer noch nie etwas von diesem Autor gelesen hat, dem empfehle ich mit „13 Stunden“ einzusteigen! Das hat mir bisher am besten gefallen und mich total mitgerissen!

P.S.: Habt ihr eigentlich schon unsere neuen SuB-Regale entdeckt? Die sind jetzt in der rechten Sidebar zu finden. 🙂

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