Barbara Wood: Dieses goldene Land

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Ich glaube fest daran, dass es richtige und falsche Momente gibt für Bücher. Das ist so, als ob man eine neue Bekanntschaft macht, jemanden auf einer Veranstaltung kennen lernt oder Freunde von Freunden trifft. Manchmal springt der Funke einfach nicht über. Das hat nicht unbedingt immer was mit der Person zu tun bzw. hier eher gesagt mit dem Buch. Denn oft liegt es auch daran, in welcher Stimmung ich beim Lesen bin – oder, wie in diesem Fall, was ich davor gelesen habe. Denn Barbara Wood und ihr Roman hatten, glaube ich, einfach das Pech, dass das Buch, das ich zuvor gelesen hatte, mich einfach so begeistert hatte. Und so war es schwer an den Vorgänger, der vom Genre auch noch ähnlich war, heranzukommen.

Barbara Wood – eigentlich ein Bestseller-Garant

Vielleicht hätte mich in einem anderen Moment die Geschichte um die junge Heldin Hannah Conroy mehr packen können. Und zu allem Übel hieß einer der Protagonisten auch noch Jamie, genau wie die Hauptfigur im Vorgängerbuch. Ein zusätzlicher Punkt, der es für das Buch nicht einfach gemacht hat. Angekündigt ist Barbara Woods Dieses goldene Land als „Australienepos“. Aber bis man endlich mit der Handlung auf dem fernen Kontinent landet, sind schon mal 100 von 500 Seiten ins Land gezogen. Bis dahin erfährt der Leser alles über Hannahs Vorgeschichte: Dass ihr Vater Arzt ist, ihre Mutter früh verstorben und Hannah selbst als Hebamme arbeitet. Als der Vater einer adeligen Dame im beschaulichen England nicht das Leben retten kann, gibt es Ärger. Kurz darauf stirbt der Vater, Hannah hat nichts, dass sie noch in England hält. Vor allem deshalb nicht, weil sie ihren Beruf dort nicht richtig ausüben kann. Also schifft sie sich nach Australien ein.

An Bord des Schiffes trifft Hannah auf den Naturforscher Neal und beide verlieben sich natürlich Hals über Kopf ineinander. Aber auf dem fremden Kontinent angekommen, trennen sich ihre Wege. Die Liebenden versprechen sich: In einem Jahr treffen wir uns wieder. Neal geht inzwischen mit einem anderen Forscher auf Reisen und erfährt mehr über die Kultur der Aborigines. Und Hannah versucht als Ärztin Fuß zu fassen, rettet misshandelte Dienerinnen und geht mit Opaljägern auf Schatzsuche. – Klingt eigentlich ganz spannend. Eigentlich.

Australien-Roman ohne Ouback-Flair

Denn leider sind die Geschichten immer sehr episodenhaft, Ständig tauchen neue Personen auf, haben ein Problem, es wird gelöst. Klappe zu, Affe tot. Next! Es wirkt ein bisschen so, als müsse Barbara Wood sich von einem Plot zum nächsten hangeln und versuchen daraus eine ganze Geschichte zu machen. Das glückt ihr allerdings nicht so recht. Immer wenn man denkt, dass es spannend wird, löst sich alles wieder in Wohlgefallen auf. Die Hauptpersonen selbst bleiben dabei ziemlich blass und klischeebehaftet. Von der faszinierenden Welt Australiens bekommt man auch nicht viel mit. Es wäre die selbe Geschichte, wenn man im Klappentext Australien mit Amerika vertauscht und Aborigines gegen Indianer. Es fehlt irgendwie an Flair und Atmosphären.

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