George R. R. Martin: Feuer und Blut

Feuer und Blut Buchlingreport George R.R. Martin

Am 14. April ist es endlich soweit! Die letzte Staffel Game of Thrones wird endlich ausgestrahlt! Und wir werden endlich alle wissen, wer auf dem eisernen Thron enden wird! Und trotz der Ausstrahlung der HBO-Serie warten immer noch alle auf den nächsten Buch-Band von George R. R. Martin. Denn natürlich gilt auch bei Game of Thrones: Das Buch ist immer besser als die Verfilmung! Aber statt endlich „The Winds of Winter“ zu veröffentlichen, hat George R. R. Martin einfach in die Vergangenheit geschaut. Denn kurz vor Weihnachten erschien sein neustes Buch „Feuer und Blut“, das die Vorgeschichte zu Game of Thrones erzählt.

Gleich zu Beginn von Game of Thrones lernen wir ja Denaerys und ihren Bruder Viserys kennen. Die letzten Überlebenden der Targaryens, die vom Thron geworfen und verfolgt wurden. Wir erfahren immer wieder über Andeutungen von ihrem Vater, den irren König Aerys II, der gestürzt wurde in der Rebellion von Robert Baratheon. Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen? Wie konnten die Targaryen so viel Macht aufbauen und den eisernen Thron über so viele Jahre halten?

All das erfahren wir jetzt in der Chronik von „Feuer und Blut – Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros“. Ein opulentes Werk, das optisch von auffällt. Mit seinem wunderschönen Cover, einer Familienchronik der Targaryens im Inneren des Umschlags und wundervollen Zeichnungen passend zur Geschichte. Und den Stammbaum kann man wirklich gut gebrauchen. Denn in der Chronik kommen unheimlich viele Personen und Namen vor, viele davon auch noch unheimlich ähnlich, sodass man schon mal schnell den Überblick verlieren kann. Das verlangt beim Lesen aber auch einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen. Ich konnte die Geschichte deshalb auch nicht immer lange am Stück lesen, weil sich die Namen irgendwann im Kopf einfach nur noch drehten.

Trotzdem fand ich die Geschichte aber sehr spannend. Die Handlung setz ein, als Aegon Targaryen mit seinen beiden Schwestergemahlinnen auf ihren drei Drachen nach Westeros kommt und die Familie nach und nach die Herrschaft über die sieben Königreiche erlangt. Dabei stehen den Targayens nicht nur verfeindete Familien gegenüber, die ihr Land gegen die Eindringlinge verteidigen wollen, sondern es kommt später auch zur Konkurrenz und Streitigkeiten innerhalb der Familie.

Wenn man diese Geschichte liest, kann man förmlich schon die nächste Produktion von HBO vor dem inneren Auge sehen. Denn der Stoff hat unheimlich viel Spannung und Potenzial. Schlachten, Drachen, Intrigen – das ist alles, was wir ja schon bei Game of Thrones so lieben!

Allerdings muss ich zugeben, dass „Feuer und Blut“ nicht wie die bisherigen Game of Thrones Bücher sind. Und darüber sollte man sich als Leser wirklich im klaren sein. Es ist kein Fantasy-Roman mit Dialogen, Gedankengängen der Protagonisten, detaillierten Schilderungen oder ähnlichem. Nein. Es ist eben eine fiktive Chronik. Die aus verschiedenen fiktiven Quellen zusammengefasst wurde. Und so liest sich das Buch eben auch. Es werden viele Namen genannt, viele Ereignisse aneinander gereiht und oft wünscht man beim Lesen, dass einiges mehr beschrieben werden würde. Stattdessen gibt es oft lange Passagen, wo darüber gemutmaßt wird, welche fiktiv-historische Quelle die richtigen Ereignisse der Targaryen-Geschichte schildert – was mich persönlich am meisten gestört hat beim Lesen. Die historischen Reihungen fand ich dagegen nicht störend, da es eben den Charakter eines Geschichtsbuch haben soll. Dessen war ich mir schon bewusst und daher rege ich mich auch nicht darüber auf, wie so manch anderer in seiner Online-Rezension. Auf die ständig wiederholten Quellen-Diskussionen hätte ich dagegen verzichten können.

Ich kann den Frust der Fans allerdings verstehen. Jahrelang warten sie auf die Fortsetzung von Game of Thrones und dann kommt ein neues Buch als Teil der Reihe – und ist so völlig anders als das, was man bisher mit dieser verbindet. „Feuer und Blut“ ist meiner Meinung nach daher etwas für absolute Liebhaber, die wirklich alles über die Welt der sieben Königreiche wissen möchten. Wer eine Geschichte a la Game of Thrones erwartet, sollte lieber die Finger von dem George R. R. Martins neuen Buch lassen und auf die HBO-Verfilmung warten.

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