Deon Meyer: Beute

Wer regelmäßig unseren Blog liest, weiß, dass ich die Krimis von Deon Meyer alle verschlinge und seine Reihe um den Ermittler Bennie Griessel liebe. Nun ist ein brandneuer Band auf den Markt gekommen. Und auch dieses Mal scheint den Ermittler ein äußerst spannender Fall zu erwarten: J.J., ein ehemaliger Polizist ist tot. Bennie Griessel und sein Kollege Vaughn Cupido sollen den Fall neu aufrollen. Dazu befragen sie J.J.s Witwe nach allen Einzelheiten. Scheinbar hat J.J. zuletzt als Personenschützer eine Klientin auf einer Fahrt in einem Luxuszug begleitet. Klar, denkt man hier schnell an eine neue, südafrikanische Variante von Agatha Christies Mord im Orientexpress und auch im Buch selbst wird diese Parallele angesprochen.

Doch der Fall ist frustig für die Ermittler. Die ersten Polizisten, die vor Ort waren, haben viele Fehler begangen. Und irgendwie stoßen Griessel und sein Kollege Vaughn Cupido schnell auf ominöse Sackgassen. Es scheint, als ob hier irgendetwas vertuscht werden soll. Als ob „höhere Mächte“ nicht wollen, dass der Mord aufgeklärt wird.

Parallel dazu erzählt Deon Meyer die Geschichte von Daniel Darret in Frankreich, der in bescheidenen Verhältnissen lebt und bei einem Möbelrestaurateur arbeitet. Er ist glücklich mit seinem schlichten Leben. Aber Daniel ist nicht sein wirklicher Name. Deon Meyer Fans erkennen hier schnell einen alten Bekannten aus Meyers früheren Büchern. Es handelt sich um Thobela, den Auftragskiller aus „Das Herz des Jägers“. Er hat sein altes Leben an den Nagel gehangen, aber die Vergangenheit holt ihn nun ein, als plötzlich ein Kontakt aus seiner früheren ANC-Zeit bei ihm auftaucht und ihm einen gefährlichen Auftrag anvertrauen will. Die Frage ist: Wird Thobela ihn übernehmen?

Wie immer bei Deon Meyer ist die Lösung keine einfache. Der Mörder ist nie einfach nur der Gärtner, der Nachbar oder des Ex-Freund. Meist sind seine Krimis und damit auch die Auflösungen politisch motiviert. Auch in diesem Band ist dies wieder der Fall. Denn das eigentliche Ziel der Mörder ist ein viel größeres. Gleichzeitig portraitiert Meyer die Probleme, die in Südafrika leider immer noch an der Tagesordnung sind: Korruption, Bestechungen, Mauscheleien zwischen den Behörden und das auch vor den höchsten Politikern keinen Halt macht. Kein einziges Mal wird Jacob Zumas Name genannt von Meyer. Dennoch ist klar, dass dies eine scharfe Kritik an der Politik dieses Staatsmannes ist, der sein Land an indische Investoren veräußert und sich das Geld schön in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. Und damit ist Meyers Buch immer noch brandaktuell, denn das Land leidet noch immer unter diesen Folgen.

Wie immer ist die Erzählung unheimlich spannend. Ich habe mich auch gefreut, dass Thobela wieder einen Auftritt bekommen hat. Einzig die persönlichen Problemchen der Ermittler hat in diesem Buch ein paar Längen, die von mir aus hätten wegfallen können. Aber im Großen und Ganzen hat mich Deon Meyer wie immer nicht enttäuscht!

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