The Thirty-Nine Steps habe ich mir während meines Schottlandurlaubs gekauft. Wenn ich schon durch Schottland reise, möchte ich auch gern etwas von einem schottischen Autor lesen. John Buchan stand schon länger auf meiner Liste, und sein bekanntester Roman schien dafür der perfekte Einstieg.
Im Mittelpunkt steht Richard Hannay, der sich in London langweilt und eigentlich plant, nach Afrika zurückzukehren. Dann gerät er eher zufällig an Informationen über eine Verschwörung, die die Sicherheit Großbritanniens bedrohen könnte. Als der Mann, der ihm davon erzählt hat, ermordet wird, bleibt Hannay nichts anderes übrig, als selbst die Flucht anzutreten. Es folgt eine Verfolgungsjagd durch Großbritannien, bei der er ständig einen Schritt vor seinen Gegnern bleiben muss.
Beim Lesen merkt man schnell, warum das Buch als einer der Urväter des Spionageromans gilt. Viele Elemente, die später selbstverständlich wurden, sind hier bereits vorhanden. Der unschuldige Mann auf der Flucht, geheime Organisationen, falsche Identitäten und die drohende Katastrophe im Hintergrund. Während der Handlung dachte ich mehr als einmal: Daher kommt das also!
Natürlich merkt man dem Roman sein Alter an. Die Figuren sind nicht besonders tief ausgearbeitet und Richard Hannay bleibt eher Abenteurer als vielschichtiger Charakter. Vieles wirkt aus heutiger Sicht erstaunlich unkompliziert. Probleme werden oft mit einer Entschlossenheit gelöst, die fast schon beneidenswert ist.
Trotzdem hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Die Handlung hat Tempo, die Kapitel sind kurz und ständig passiert etwas Neues. Es ist kein Roman, den man wegen seiner psychologischen Tiefe liest. Dafür funktioniert er als Abenteuer- und Spionagegeschichte auch mehr als hundert Jahre nach seinem Erscheinen noch erstaunlich gut.
Für mich war The Thirty-Nine Steps die ideale Urlaubslektüre. Ein Stück schottische Literaturgeschichte, gelesen in Schottland, mit viel Bewegung, Spannung und genau dem richtigen Maß an Abenteuer.
