Luca di Fulvio: Das Kind, das nachts die Sonne fand

„In dem abgelegenen Landstrich, den man unter dem althergebrachten Namen Raühnval kannte, wurde wohl niemals mehr so viel unschuldiges Blut vergossen wie an jenem Morgen des 21. September im Jahr 1407.“

15. Jahrhundert in den Ostalpen: Im Herrschaftsgebiet Raühnval wächst der kleine Marcus als Sohn des Landfürsten unter den besten Bedingungen auf. Doch ein Überfall auf die väterliche Burg wirft das Schicksal des Jungen völlig aus der Bahn. Seine Familie und alle Burgangestellten werden in einem Massaker umgebracht, nur Marcus konnte sich vor dem Überfall retten und wird von Eloisa, der Tochter der Dorfhebamme, aus dem brennenden Schloss gerettet. Doch die Gefahr ist für den kleinen Prinzen nicht vorbei. Überall suchen die Schergen des verfeindeten Landfürsten Ojsternig nach dem Jungen, um das Geschlecht der Saxiona auszurotten. Doch die Dorfhebamme Agnete nimmt sich des Jungens an und versteckt ihn zunächst in ihrem Keller und nimmt ihn schließlich in ihrer Familie auf. So wird aus Prinz Marcus von Saxonia der Knecht Mikael, der von nun an nicht nur mit dem Hunger und der schweren Feldarbeit kämpfen muss, sondern auch für seine Ideale.Zugegeben, die Story von Luca di Fulvios dritten Roman ist definitiv nichts neues: Gutbetuchter Junge verliert alles, muss fliehen, ganz untern wieder anfangen, verliebt sich in seine Retterin und am Schluss gibt es ein Happy End. Quasi vom Tellerwäscher zum Millionär nur ins Mittelalter versetzt. Solche Geschichten kennen wir wohl alle wie Sand am Meer. Trotzdem hat mir das Lesen unheimlich viel Spaß bereitet. Di Fulvio beschreibt seine Charaktere unheimlich einfühlsam und mit viel so Liebe zum Detail, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. In der Tat habe ich es an einem Stück durchgelesen. Obwohl mir der Ausgang der Geschichte ziemlich schnell klar war und auch einige der Nebenhandlungen sehr vorhersehbar waren, sind mir Mikael und Eloise ans Herz gewachsen. Man fiebert trotz allem mit, verfolgt, wie Mikael an seinen Aufgaben wächst und leidet mit ihm, wenn er mal wieder auf die Nase fällt.Dabei wird es auf den über 800 Seiten Handlung auch nie langweilig. Und das ist es eben, was einen guten Geschichtenerzähler ausmacht!

Da ich die beiden vorangegangenen Romane von Luca di Fulvio nicht nicht gelesen habe, kann ich hier leider keinen Vergleich ziehen. Aber mir hat seine dritte Geschichte unheimlich gut gefallen und ich möchte nun definitiv noch mehr von ihm lesen!
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!
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