Lesetipp des Monats: Seide

Passend zum Frühlingsbeginn wollen wir euch mit unserem Lesetipp im April eine seidig-zarte Novelle ans Herz legen, die wunderbar zu dieser Jahreszeit passt!

Seide Baricco BuchlingreportEckdaten zum Autor:
Alessandro Baricco ist ein italienischer Schriftsteller und Journalist, der 1958 in Turin geboren wurde. Er studierte Philosophie und Musikwissenschaft. Nach seinem Studium veröffentlichte er mehrere Schriften, u.a. über Adorno, Walter Benjamin oder aber die Neue Musik. 1984 entstand sein erstes Drehbuch zu dem Kurzfilm ein waghalsiges Leben, das mit Förderpreisen ausgezeichnet wurde. Lange schrieb Baricco für Artikel für Tageszeitungen und arbeitete als Musikkritiker. In seiner Heimat wurde Baricco schließlich durch das Fernsehen bekannt. 1991 wurde Baricco nach der Veröffentlichung seines ersten Romans Land aus Glas als literarische Neuentdeckung geifert. Seine Novelle Seide machte ihn schließlich auch weltweit berühmt. Ab 1993 brachte er dem Publikum in seiner Sendung klassische Opern näher. Ab 1994 moderierte er eine Literatursendung. Sogar als Musiker versuchte er sich und brachte mit der Band Air 2003 ein Album heraus, das eine Verbindung von Musik und Lesung anstrebte. Seit 1994 lebt Baricco in Turin und leitet dort eine Literaturhochschule.

Wichtigste / Bekannteste Werke:

  • Land aus Glas, 1991
  • Seide, 1996
  • City, 2000

Inhalt:
Mit der Ankunft Baldabious 1840 in dem kleinen südfranzösischen Ort Lavilledieu beginnt der Aufschwung der kleinen Stadt. Denn der Fremde führt die Seidenspinnerei dort ein und führt die Gemeinde somit zum Wohlstand. Auch der junge Hervé Joncour, lässt sich von Baldabiou mitreißen, gibt seine Militärkarriere auf und starte eine Karriere im Seidengeschäft. Sein Job ist es, einmal im Jahr nach Ägypten und Syrien zu reisen und dort Seidenraupeneier zu kaufen. So können er und seine Freu Hélène gut leben. Doch als sich 1861 die Nosemaseuche in Europa, Afrika und Indien ausbreitet,  sind die meisten Eier unbrauchbar – dem kleinen Städtchen droht der Ruin.

Einzige Hoffnung: Eine Reise nach Japan. Denn der Inselstaat war Jahrhunderte vom Rest der Welt isoliert und verweigerte Jahrhundertelang die Handelsbeziehungen. Also macht sich Joncour auf die weite Reise, um die benötigten Seidenraupen für das ganze Dorf zu besorgen. Er trifft auf Hara Kei, der mit ihm Seidenraupeneier gegen Goldstücke tauscht. Bei seinem Aufenthalt in Hara Keis Dorf trifft Joncour aber auch auf eine junge Frau. Ein einziger Blick und er ist der Fremden völlig verfallen!

Im nächsten Jahr reist Joncour erneut nach Japan. Vordergründig, um Seidenraupeneier zu kaufen. Doch vielmehr freut er sich auf weitere Treffen mit seiner schönen Unbekannten. Von der er weder den Namen weiß, noch je ein Wort mit ihr gesprochen hat. Dieses Mal übergibt sie ihm zum Abschied einen Brief. Daheim lässt Joncour dieses von einer Japanerin übersetzen. Die Nachricht klingt dramatisch: Kommen Sie zurück, oder ich sterbe!

Unsere Meinung:

Seide ist eine wunderbar, leicht zu lesende Novelle und das trotz des melancholischen Themas. Die unerfüllte Liebe zwischen Joncourt und der schönen Fremden bestimmt das gesamte Geschehen. Mit nur einem Blick ist er ihr völlig verfallen und verzehrt sich förmlich nach ihr, sodass er seine daheim gebliebene Frau fast ganz vergisst. Und obwohl er nie mit seiner Fremden spricht, scheint ihre Beziehung voller Sinnlichkeit zu sein. Sie ziehen sich magisch an! Und genauso intensiv und zauberhaft ist auch die Sprache von Baricco. Nur wenige Seiten umfasst jedes Kapitel, denn für seine Erzählung scheinen, ähnlich wie der einzelne Blick, der Joncourt zum  Verlieben reicht, mit wenigen intensiven Worten aus zukommen. Mehr als eine Reise um die Welt nimmt Joncourt uns mit auf eine Gefühlsreise, eine hauchzarte Liebesgeschichte voller Poesie. Eine unheimlich berührende Geschichte und perfekt für die ersten Frühlingsgefühle!

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