Julian Barnes: The Sense of an Ending

„This was another of our fears: that Life wouldn’t turn out to be like Literature.“ 

Ein Buch, dass mir zufällig in den Schoß gefallen ist. Und ich bin so froh darüber!

„The Sense of an Ending“ stand nun auch schon ein Jahr lang bei mir im Regal und ich dachte, jetzt muss ich es aber endlich mal lesen. Ich habe es durch Zufall erhalten, weil mein Freund, der es eigentlich geschenkt bekomme hatte, es an mich weitergegeben hat. Vielen Dank dafür 🙂

Die Geschichte, die sich halb in der Vergangenheit und halb in der Gegenwart abspielt, wird von dem Rentner Tony Webster geschildert. Zu Beginn erzählt er Anekdoten aus seiner Schulzeit: wie Adrian Finn neu in die Clique zu ihm und seinen beiden besten Freunden kam. Er erzählt, wie jeder damals eine bestimmte philosophische Einstellung hatte, aber das Adrian immer der ernsthaftests und klügste unter ihnen war. Sie wollten lebenslänglich Freunde bleiben. Aber schließlich geht jeder nach dem Schulabschluss auf ein anderes College und sie sehen sich anfänglich nur noch ab und zu in den Semesterferien.

Die Jungs entwickeln sich weiter und so erzählt Tony auch von seiner ersten Freundin Veronica, die einen sehr komischen Eindruck macht. Er erzählt ausführlich von dem Wochenende, an dem sie gemeinsam Veronicas Eltern besuchen. Von Anfang an betont er immer wieder, dass er nicht weiß, ob er sich richtig erinnern kann. Er behauptet, dass seine Erinnerungen sehr verschwommen sind, er aber versucht, alles haargenau wiederzugeben. Die Ereignisse sind sehr subjektiv und unglaubwürdig erzählt. Hinter dem Erzählton hat sich bei mir immer einen gewisse Skepsis eingeschlichen. Im Nachhinein merkt man, dass dieses Wochenende ein Schlüsselmoment für die Erzählung ist

Die Handlung geht erst mal weiter: Tony und Veronica machen Schluss, Veronica und Adrian werden ein Paar, Tony ist wütend und bringt dies in einem Brief an die beiden zum Ausdruck. Nach dem Studium reist Tony durch die USA. Als er zurückkommt, erfährt er, dass Adrian sich umgebracht hat. Keiner weiß warum. Ein Rätsel.

In der Gegenwart erhält Tony auf einmal die Nachricht, dass Veronicas Mutter gestorben ist und in ihrem Testament Tony Adrians Tagebuch vermacht hat. Dadurch entstehen natürlich viel Fragen. Warum hat Veronicas Mutter das Tagebuch des Freundes ihrer Tochter? Was soll Tony mit dem Tagebuch? Warum will Veronica das Tagebuch nicht an Tony aushändigen?

Ihr merkt, hinter der Geschichte verbirgt sich ein Geheimnis, dass auch Tony nicht kennt und erst nach und nach herausfinden muss. Aber was hat er damit zu tun? Je mehr ihr in die Geschichte eintaucht, umso spannender wird sie….

Dazu kommt, dass Julian Barnes wirklich schön schreibt. Ich habe es auf Englisch gelesen und fand es gleichzeitig super verständlich und wirklich schön formuliert.

Von Julian Barnes hatte ich zuvor noch nie gehört, aber jetzt möchte ich ihn nicht mehr missen und habe auch sofort seinen Roman „Flaubert’s Parrot“ gekauft.

Eine sehr kurzweilige Lektüre für zwischendurch.
Facebooktwittergoogle_plusrss

2 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*