Joanne K. Rowling: Harry Potter und das verwunschene Kind

Harry Potter und das verwunschene Kind

Darauf haben Harry Potter Fans lange gewartet. Endlich gibt es eine Fortsetzung der Buchreihe um den beliebten Zauberer und seine Freunde Ron und Hermine. Der achte Band „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ist das Skript zu dem Theaterstück, dass in London aufgeführt wird. Damit auch alle anderen Muggel in den Genuss dieses neuen Abenteuers kommen, gibt es das Skript zu dem Stück nun in Buchform zum Zuhause-Lesen. 

Das Stück setzt da ein, wo der Band um die Heiligtümer des Todes aufhört, 19 Jahre nach der großen Schlacht mit Voldemort, am Bahnsteig 9 3/4 in King`s Cross. Harry und Ginny bringen ihre Kinder zum Zug Richtung Hogwarts. Harrys zweiter Sohn, Albus Severus, beginnt sein erstes Jahr auf der Zauberer-Schule und wird wie Harry damals von vielen Sorgen geplagt: In welches Haus wird er kommen? Wird er Freunde finden? Kann er in der Schule mithalten? Schließlich liegt auf dem Jungen eine große Last: Er ist der Sohn von Harry Potter. Man erwartet großes von ihm. Und dass ist auch genau der Grund, warum Albus und sein Vater so ein schlechtes Verhältnis haben. Und dann freundet sich der Junge auch noch ausgerechnet mit Scorpius an – dem Sohn von Harrys Erzfeind Draco Malfoy…

Harry Potter als überarbeiteter Vater

Harry hat aber auch genug Probleme. Nicht nur, das schlechte Verhältnis zu und die Sorgen um Albus machen ihm zu schaffen. Bei seinem Job im Ministerium für Zauberei gibt es Ärger um einen illegalen Zeitumkehrer. Cederic Diggorys Vater Amos macht ihm immer noch Vorwürfe, dass Cederic damals beim Trimagischen Tunier sterben musste. Und dann fangen plötzliche seine Albträume wieder an und die Narbe schmerzt erneut – genau wie damals, als Voldemort wieder da war. Stimmen die Gerüchte etwas, dass Voldemort ein Kind hat?

Theater-Skript vs. Roman

Lange habe ich mich gefragt, ob ich dieses Buch wirklich lesen soll. Wie immer hat die Neugierde überwogen. Momentan sind Fortsetzungen von alten Serien und Büchern ja total im Trend, sei es nun Gilmore Girls, Full House, To Kill A Mockingbird oder die Millenium-Triologie, die nun einen vierten Band hat – von einem anderen Autor geschrieben. Und so habe ich mich auch bei Band 8 von Harry Potter gefragt: Lesen? Oder lieber sein lassen, damit man sich nicht ärgert.

Es fängt ja schon bei der Form an: Es ist ein Theaterskript. Kein Roman. Kleine Ortsbeschreibungen und viel gesprochenes Wort. Darüber muss man sich einfach klar sein. Die eigentliche Magie findet hier auf der Bühne statt, mit Special Effects und Co. Aber die werden natürlich nicht mitgeliefert. Aber im Gegensatz zu den sieben Romanen wirkt das Skript dadurch zwangsläufig blass. Denn es sind ja eben die phantasievollen Beschreibungen der Zaubererwelt und magischen Wesen, von denen die Reihe lebt und die Joanne K. Rowlings Meisterwerk ausmachen. Die lebhaften Schilderungen ihrer Charaktere, die einem dabei so schnell ans Herz gewachsen sind. Die lustigen Nebenhandlungen, in denen wir mehr über Hogwarts und seine Schüler erfahren. Das fehlt hier alles. Und leider wirken manche „Hauptcharaktere“ eigentlich nur wie Statisten. Außer Albus und Scorpius sind die anderen Kinder völlig außen vor. Ginny kommt – meiner Meinung nach – auch viel zu wenig vor. Ist nur eine blasse Randfigur. Ron wirkt oft wie ein Pausenclown usw.

Das Harry als schlechter Vater dargestellt wird, ist dabei noch mein kleinstes Problem. Er war ja schon immer ein Dickkopf, der sich gerne Probleme gesucht hat und manchmal mit seiner sturen Art aneckte. Zum Ausgleich hatte er ja Hermine, Ron und Ginny, die ihm mit Rat und Tat zu Seite standen. Die eigentliche Geschichte dreht sich ja auch vielmehr um Albus und Scorpius – aber mit den beiden bin ich beim Lesen so gar nicht warm geworden. Noch dazu verstehe ich nicht ganz, warum die Geschichte beim ersten Schuljahr der beiden einsetzt, nur um dann die eigentliche „Action“ ins dritte Schuljahr zu verlegen – musste hier noch etwas „Füllstoff“ angesammelt werden? Und – ohne zu viel von der Handlung verraten zu wollen – die etlichen Zeitsprünge fand ich irgendwie auch nicht so ganz originell…

 Ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben.  Ich verstehe aber auch, das viele Leute enttäuscht nach dem Lesen waren. Es ist eben nicht wie bei den alten Harry Potter Bänden. Die Atmosphäre fehlt, die liebevoll beschriebenen Details, die herzlichen Charaktere und die magische Zauberwelt von J.K.Rowling. Für mich wird die Geschichte wohl weiterhin mit dem 7. Band aufhören.

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2 Antworten

  1. Huhu

    ich hab das Buch nicht gelesen und werde es auch nicht lesen! Deine Rezension sagt genau das, was ich vermutet habe von diesem Buch. Meiner Meinung nach hätte sich die Autorin das Buch sparen können, die HP Story ist für mich mit Band 7 abgeschlossen und ich möchte auch gar nicht wissen, was aus ihm wird wenn er erwachsen ist. Ich möchte HP so in Erinnerung behalten, wie ich ihn liebte als er noch mit seinen Freunden in Hogwards war 🙂

    lg Tinka

    • Hey Tinka,

      kann ich sehr gut verstehen. Ich finde es auch ziemlich unnötig – aber meine Neugierde hat dann doch irgendwie gesiegt. Ich gebe es zu 😉 Verstehe diesen ganzen Hype eh grade nicht mit den ganzen Fortsetzungen, sowohl bei Büchern (siehe die Millenium-Triologie) als auch bei TV-Serien (Gilmore Girls, Full House, you name it). Als ob den Leuten nichts neues mehr einfallen würde. Wirklich schade. Manche Sachen sollte man einfach zu Ende gehen lassen.
      Grade auch in diesem Fall… ich fand die Kinder als Hauptdarsteller total unsympathisch. Das hatte für mich kein bisschen von den wundervollen Romanen von früher.

      LG Britta

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