Ian Fleming: Casino Royal

Sein Name ist Bond, James Bond. Und spätestens durch die Verfilmungen mit Sean Connery, Roger Moore oder Daniel Craig erreichte der Geheimagent mit dem Codenamen 007 seine große Bekanntheit. Ich muss gestehen – wie so oft – habe ich die Verfilmung des Buches noch nicht gesehen. Irgendwann habe ich mal einen einzigen, älteren Bond-Film geschaut, kann mich aber nicht mal erinnern, welcher es war… wirklich begeistert hat es mich damals nicht. Letztes Jahr fiel mir bei Dussmann durch Zufall diese schicke Ausgabe von Ian Flemings Buch in die Hand – und ich dachte, ich gebe dem ganzen Mal eine Chance. Und dann sind solche „Bildungslücken“ auch von Vorteil, wenn man das Buch liest. Denn so konnte ich Casino Royal ganz neutral entgegen treten, ohne den Film die ganze Zeit im Kopf zu haben.

Bonds erster Fall: Casino Royal

Casino Royal ist der erste Band der James Bond Reihe von Ian Fleming und erschien erstmals 1953. Bond bekommt eine ungewöhnliche Aufgabe. Er soll den sowjetischen Agenten Le Chiffre beim Glücksspiel besiegen. Denn Le Chiffre hat einen großen Geldbetrag verloren, der eigentlich dem SCHMERSCH, dem Vorgänger des KGBs, gehört. Nun versucht er, das Geld im Casino von Royale-les-Eaux zurückzugewinnen. Und da Bond der beste Zocker des britischen Geheimdienstes ist, soll er versuchen seinen Gegner am Spieltisch auszuschalten.

Hilfe bekommt Bond bei seinem Auftrag von der Agentin Vesper Lynd, dem ersten Bond-Girl, und zwei CIA-Agenten, die ihn im Casino unterstützen. Doch anders als man es aus den Filmen kennt – bzw. ich aus den Trailern 😉 – kommt die Geschichte ohne große Action aus. Die meiste Zeit treibt sich Bond an den verschiedenen Spieltischen rum und Fleming nimmt sich viele Seiten, die verschiedenen Spiele zu beschreiben. Gut, eine Bombe geht hoch, eine Verfolgungsjagd mit dem Auto gibt es und eine Folterszene. Aber sonst dreht sich alles um Baccara, Black Jack und Roulette.

Das hat mich unheimlich überrascht. Eigentlich denkt man ja an Action, Feuer, Krach und viele Gadgets, wenn man an James Bond denkt. Aber die Handlung und die Beschreibungen sind alle super nüchtern, genauso unterkühlt wie James Bond selbst. Fleming scheint sich beim Schreiben eher auf nebensächliche Details wie das dekadente Essen, Cocktailrezepte und Zigarettenmarken zu konzentrieren. Ruckzuck hat man das knapp 250 Seiten Büchlein ausgelesen. So richtig packen konnte mich die Handlung aber nicht. Denn die Stellen, an denen mal richtig etwas spannendes passierte, wie die Bombenexplosion, sind so schnell vorbei, dass man sie beinah überlesen könnte. Mein Fazit daher: Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich packend.

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