H. G. Wells – Die Insel des Dr. Moreau

„Am 1. Februar 1887 ging die Lady Vain durch Kollision mit einem Wrack verloren, als sie sich etwa auf 1°südlicher Breite und 107° westlicher Länge befand.“
Ein Schiffbrüchiger, eine einsame Insel und ihre unheimlichen Bewohner -aber  nein, es handelt sich nicht um die Abenteuer von Robinson Crusoe. Auch wenn das Schicksal von Edward Prendrick in H.G. Wells Insel des Dr. Moreau zunächst leicht daran erinnert: Prendrick erleidet im Südpazifik Schiffbruch und wird als einziger Überlebender von einem Schoner aufgenommen. Zum Glück befindet sich an Bord ein Arzt – Montgomery, der mit einer Ladung Tiere auf dem Weg zu einer kleinen Insel ist und Prendrick vor dem Tod rettet. Doch als Prendrick sich schon in Sicherheit wiegt, muss er feststellen, dass er weder auf der Insel noch an Bord des Schoners willkommen ist. Erneut wird er auf hoher See ausgesetzt und sieht sein Ende schon nahen – bis Montgomerys Vorgesetzter, der mysteriöse Dr. Moreau, sich erweichen lässt und Prendrick auf der Insel aufnimmt.

Allerdings ist es fraglich, ob Prendrick sich über diese erneute Rettung freuen soll… Denn bald nach seiner Ankunft eröffnet sich ihm die skurille Welt, die Dr. Moreau auf dieser Insel geschaffen hat. Außer Moreau und Montgomery leben nämlich nur Wesen auf der Insel, die Moreau in seinen grausamen und qualvollen Experimenten mit Hilfe Vivisektion und ohne Betäubung „hergestellt“ hat: Kreaturen die halb Mensch, halb Affe sind oder aus einer Mischung aus Mensch und Stier, Leopard oder Bär bestehen, wie Menschen sprechen können und die sich den Gesetzen des gottgleichen Dr. Moreau, ihrem allmächtigen Schöpfer, unterworfen haben. Als sich jedoch eines der Experimente bei der Vivisektion befreien kann, gerät das Gleichgewicht des Inselvolks völlig aus den Fugen…

Ich war total begeistert nach dem Lesen von Wells Roman! Er vereint Science-Fiction, Abenteuerroman, Phantastik und Schauerroman; bietet eine Mischung aus Defoe, Poe, Jules Verne und Shelley. Das alles verpackt in einen angenehmen, flüssigen Schreibstil, der immer erzählend, aber nie belehrend wirkt. Gleichzeitig kommt man beim Lesen natürlich schnell ins Grübeln: Was unterscheidet den Mensch vom Tier? Wohin führt uns die moderne Medizin? Und vor allem: Wo sollten ihre Grenzen liegen? Außerdem finde ich es immer unheimlich spannend, wie manche Romane ihrer Zeit so voraus sein können. Schließlich ist Die Insel des Doktor Moreau schon 1896 erschienen und greift bereits damals medizinische Probleme auf, die uns heute immer noch beschäftigen. Mein Fazit: Ein zeitloser Klassiker, den man definitv mal gelesen haben sollte!
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