F. Scott Fitzgerald: The Diamond as big as the Ritz & Other Stories

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, nehme ich dieses Jahr am Leseexperiment von Alex und Susi teil. Jeden Monat im Jahr 2014 veröffentlichen die beiden dabei eine neue Aufgabe, die gelöst werden muss. Die Regeln und Aufgaben könnt ihr hier finden. Für den Januar lautete die Aufgabe: Lies das Buch aus deinem Stapel ungelesener Bücher zu Hause, das den längsten Titel hat. Also habe ich mich vor mein Bücherschrank gestellt und nach einigem Titel abzählen ein dünnes, längst vergessenes Bändlein mit Fitzgeralds Kurzgeschichten aus dem Regal gezogen.
„The Montana sunset lay between two mountains like a gigantic bruise from which dark arteries spread themselves over a poisened sky.“

John T. Unger kommt von einer Kleinstadt am Mississippi auf ein Elite-Internat der „Upper Class“.  Er freut sich, endlich aus der Provinz zu kommen und Johns Eltern sind mächtig stolz auf ihn. In der Schule lernt John natürlich viele andere Jungen kennen – und je reicher sie sind, desto mehr „mag“ John seine Klassenkameraden. In seinem zweiten Schuljahr trifft John auf dem ruhigen und zurückhaltenden Percy. Der erzählt so gut wie nichts von sich, seiner Familie oder wo er herkommt. Trotzdem folgt John Percys Einladung, die Sommerferien bei ihm zu Hause zu verbringen. Erst auf dem Weg dorthin erzählt Percy, wie es bei ihm zuhause aussieht. Seine Familie sei unheimlich reich, denn sein Vater besitzt – versteckt in der Einöde von Montana –   einen Diamanten, der so groß wie das Ritz-Carlton Hotel ist. Was wie  Angeberei klingt, erweist sich jedoch kurz nach der Ankunft als wahr. John glaubt seinen Augen kaum, als er das Haus von Percys Familie sieht. Das Problem: Keiner, der um das Geheimnis des Diamanten weiß, darf zurück in die Zivilisation….

 

Ich muss ganz ehrlich gestehen: Ohne das Leseexperiment hätte Fitzgerald wohl noch seeeehr lange in meinem Regal schmoren müssen. Und ich weiß nicht, ob ich das Lesen von seinen Kurzgeschichten so schnell durchgezogen hätte. Selbst so habe ich für das nur ca. 200 Seiten dünne Buch fast zwei Wochen gebraucht. Das lag aber nicht daran, dass ich die Kurzgeschichten nicht möchte. The Diamond as Big as the Ritz ist eine wirklich coole Geschichte. Auch die Erzählung Babylon Revisited, in der Charlie Wales darum kämpft seine Tochter Honoria zurückzubekommen, und Crazy Sunday haben mir total gut gefallen. Aber jede dieser Geschichten muss irgendwie einzeln wirken. Ich konnte sie nicht einfach so am Stück „weglesen“. Das lag wahrscheinlich auch daran, das sie natürlich mit Fitzgeralds typischen Themen gespickt sind: Alkoholismus, Dekadenz, Ausschweifungen und der Weltwirtschaftskrise. Da hat man natürlich etwas dran zu „knabbern“ und liest nicht fröhlich, frisch und frei weiter, sondern grübelt danach noch etwas. Trotzdem hat mir das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht – auch weil es endlich mal wieder ein englisches Buch war.

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