Elena Ferrante: Die Geschichte des verlorenen Kindes

Der letzte Band der Reihe über Lila und Lenu heizt nochmal so richtig ein – und ist mein Lieblinsband aus der Reihe.

Elena und Lila stehen mittten im Leben, mit turbulenten Auf und Abs. Beide genießen das Glück im fortgeschrittenen Alter fast zeitgleich nochmal Mutter zu werden. Elena zieht mit ihren Kinder und ohne Mann in die Wohnung über Lila und Enzo ein. So schließt sich der Kreis, könnte man als Leser meinen. Nach Jahren der Trennung sind sie endlich wieder in einer Nachbarschaft vereint. Ihre beiden Töchter wachsen wie zwei Schwestern gemeinsam auf. Lila und Elena unterstützen sich gegenseitig, um den stressigen Alltag zu bewältigen. Denn Kind und Karriere sind nicht so einfach unter einen Hut zu bringen. Besonders Elena hat hier zu kämpfen, da sie als alleinstehende Frau unbedingt selbst Geld verdienen muss.

Doch wer denkt, dass sie jetzt glücklich bis ans Ende ihrer Tag sind, der hat sich geirrt. Ein großer Schicksalsschalg zerstört die zerbrechliche Harmonie. Lilas wunderschöne, kluge kleine Tochter ist eines Tages spurlos verschwunden. Auch nach tagelanger Suche wird sie nicht gefunden. Dieser Moment gehört zu den schlimmsten der ganzen Buchreihe. Jegliche Hoffnung auf ein glückliches Ende ist damit zerstört. Besonders Lila gerät in eine Abwertsspirale in der sie jeden um sich herum von sich stößt. Bis, tja, bis auch sie verschwunden ist…

Der vierte Band hat mich echt umgehauen. Die Figuren sind darin endlich ausgereift, vielschichtig und so schicksalbehaftet. Auf der letzten Seite angekommen, konnte ich es kaum fassen, dass es nicht mehr weitergeht. Ich hätte mich auch noch auf einen fünften Band gefreut. Aber gut, dieser hätte den vierten Band sowieso nicht übertreffen können. Die Geschichte ist damit angerundet und zu Ende erzählt. Nur schade, dass es eben ein trauriges Ende geworden ist.

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