Connie Palmen: Du sagst es

Du sagst es

Geschafft! Dieses Projekt hatte ich mir schon lange vorgenommen und nun endlich vollendet! Ich habe „Die Glasglocke“ von Sylvia Plath und „Du sagst es“ von Connie Palmen nacheinander gelesen. Denn beide Romane drehen sich um das Schriftstellerehepaar Sylvia Plath und Ted Hughes. „Die Glasglocke“ habe ich ja bereits in diesem Blogpost vorgestellt. In ihrem einzigen Roman mit sehr starken autobiografischen Zügen schildert Sylvia Plath ihren Selbstmordversuch. In „Du sagst es“ versetzt sich nun die Autorin Conni Palmen in die Lage von Sylvia Plaths Ehemann Ted Hughes.

Aus der Perspektive des beschuldigten Ehemanns

Ted Hughes, englischer Dichter und Literat, lernte 1956 die noch recht junge Sylvia Plath kennen. Eine Amerikanierin, die mit einem Stipendium zum Studium nach Cambridge kam und ebenfalls Schriftstellerin werden wollte. Mit ihrer exzentrischen amerikanischen Art fiel sie bei den Briten auf und Hughes war sofort von ihr gefesselt. In „Du sagst es“ beschreibt Connie Palmen aus der Perspektive von Ted Hughes seine gemeinsamen Jahre mit Sylvia Plath. Dabei hatte die Beziehung von Anfang an ihre Höhen und Tiefen. An keinem Ort, nicht im trubeligen London, nicht in Sylvias Heimat Amerika und auch nicht auf einem idyllischen, englischen Landsitz kann das Paar glücklich werden. Auch die beiden gemeinsamen Kindern können das Eheglück nicht zusammenhalten. Sylvia ist ständig eifersüchtig und launisch. Ted, der sie zwar liebt, begeht dann leider den Fehler fremdzugehen. Damit ist die Ehe vorbei und Sylvia stürzt weiter in ihre Depressionen ab – bis sie sich schließlich das Leben nimmt. Die ganze Welt beschuldigt daraufhin Ted Hughes, durch sein Fehlverhalten Schuld am Tod seiner Ex-Frau zu sein. Das ist ganz schön heftig.

Auf Basis von Ted Hughes Werken, vor allem der Birthday Letters, und vielen anderen Archivinformationen hat Connie Palmen diesen Roman gestrickt. Sicher hat sie gut recherchiert, aber dennoch handelt es sich hier um einen Roman, der letztendlich die wahre Persönlichkeit von Ted Hughes nicht hunderprozentig wahrheitsgetreu wiederspiegeln kann. Das hatte ich beim Lesen immer vor Augen. Dennoch finde ich, ist es Palmen gelungen, einen sehr menschlichen Charakter darzustellen, der kein Monster ist, welches eine Frau in den Selbstmord getrieben hat. Sie hat einen Menschen gezeichnet, der Gefühle hat, Fehler macht, leidet und bereut wie jeder andere Mensch auch. Und genau darum hat mir die Lektüre des Buches so gefallen. Das Geschehene ist eine Tragödie, aber Connie Plamen urteilt nicht über die Charaktere und teilt sie nicht in eine Täter oder Opfer-Rolle ein.

Noch nie habe ich zwei so unterschiedliche Romane gelesen, die sich durch ihre einzigartige historische Verbindung auf so eine Weise verknüpfen lassen. Denn schließlich bekommt der Leser hier auch eine Einblick, in welcher Stimmung Sylvia Plath war als sie „Die Glasglocke“ geschrieben hat. Das ist schon eine besondere Verbindung und daher mein Tipp, die Bücher im Doppelpack zu lesen.

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