Carlos Ruiz Zafon: Marina

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende und damit geht es auch bei meinem Leseexperiment auf die Zielgerade zu. Susi und Alex vom Readpack haben sich für den Monat November wieder eine besonders schöne Ausgabe ausgedacht: Tippe wahllos auf die Weltkarte und lies ein Buch, das in dem ausgewählten Land spielt. Da ich nicht wirklich einen Atlas oder Globus greifbar hatte, habe ich einfach ganz frech Alex‘ Idee geklaut und habe mir über random.org einen Ort auf der Landkarte auswählen lassen. Und das ist dabei herausgekommen:

Also sollte mein nächstes Buch in Spanien spielen. Wie praktisch, dass auf meinem SuB daheim gleich mehrere Bücher dafür zur Auswahl standen. Entschieden habe ich mich letztendlich für Carlos Ruiz Zafons Marina – das wollte ich schon ewig lesen und nun hatte ich den perfekten Anlass. 🙂
„Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.“Spanien, 1979. Der 15-jährige Óscar Drai ist Internatsschüler, der in seiner Freizeit liebend gern durch die Straßen und Gassen Barcelons zieht. Bei einem seiner Streifzüge hört er von weitem eine zauberhaft Frauenstimme singen. Er folgt ihr und landet so bei einem scheinbar verlassenem Haus, in dem ein Grammophon läuft. So stolpert Óscar ganz ungewollt in das Leben von Marina und ihrem Vater Germán. Die gleichaltrige Marina zieht Óscar sofort mit ihrer mysteriösen und geheimnisvollen Art in den Bann. Von nun an ziehen sie gemeinsam durch Barcelona.

Eines Tages nimmt Marina Óscar mit auf einen Friedhof. Dort beobachten die beiden eine schwarz verschleierte Dame, die ein namenloses Grab besucht. Jeden letzten Sonntag im Monat erscheint die Frau dort und legt eine Rose auf das Grab. Marina und Óscar beschließen der Dame zu folgen, um ihr Geheimnis zu erfahren. Doch damit geraten die beiden mitten in die Geschichte von Michael Kolwenik, dem einstmals reichsten Mann Barcelonas, die voller düsterer Geheimnisse, Intrigen und dunkel-lauernden Schatten ist…

Schon nach den ersten Seiten, bin ich vollkommen in dieser Geschichte versunken! Ja, das ist wieder ein toller Zafon, war mein erster Gedanke! Denn nach dem Fürst des Parnass war ich wirklich maßlos enttäuscht. Der hatte mir so gar nicht gefallen! Aber hier war alles wieder wie früher. Spannung pur! Tolle Sprache! Eine großartige Mischung an Genres: ein bisschen Drama, ein bisschen Gothic Novel, etwas Sci-Fi und eine Liebesgeschichte. Natürlich durfte auch eine Jagd durch das verzauberte Barcelona nicht fehlen – so bekommt das nur Zafon hin.

Sicherlich war die Geschichte streckenweise sehr düster und gruselig. Aber das passte für mich auch grade perfekt zu dem dunklen Novemberwetter da draußen. Eingemummelt in meine Kuscheldecke konnte ich das Buch Abends gar nicht mehr aus der Hand legen. Mein Urteil daher: Unbedingt lesen!

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3 Antworten

  1. Ja! Das war wirklich ein tolles Experiment! Aber ich hatte eh überwiegend viel Glück mit meiner Auswahl. Es gab nur wenige Bücher von denen ich nicht begeistert war. Zwei Experimente stehen bei mir ja noch aus. Aber das eine läuft schon und auch da bin ich begeistert ein so tolles Buch gefunden zu haben. 🙂

    LG Cat

  2. "Marina" ist eines meiner Lieblingsbücher und du hast Recht: es passt genau zu grauem Wetter, Düsternis und Kälte. Daheim eingekuschelt dieses moderne Märchen lesen… jaaa! 🙂

    Es freut mich, dass das Experiment so gut bei dir geklappt hat!

    Viele Grüße
    Alex

  3. Zu Catherines tollem Post muss ich gleich mal was hinzufügen 🙂 Was kaum jemand weiß ist, dass Zafon "Marina" schon 1999 also noch vor dem Bestseller "Der Schatten des Windes" geschrieben hat. Leider wurde "Marina" erst sehr spät, nämlich 2011, auf deutsch veröffentlicht. Mir persönlich ist beim Lesen von Marina eine starke Parallel zu "Der Schatten des Windes" aufgefallen. Euch nicht?

    Liebe Grüße
    Madeleine

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