8. Buchsaiten Blogparade 2016

Petzi von Die Liebe zu den Büchern hostet in diesem Jahr die Buchsaiten Blogparade. Normalerweise machen wir ja selten bei solchen Aktionen mit. Aber dieses Jahr hatte ich irgendwie Lust darauf, noch mal alle gelesenen Bücher genau anzuschauen und zu rekapitulieren, welches die absoluten Favoriten waren. Tatsächlich habe ich es geschafft in diesem Jahr 54 Bücher zu lesen. Und nein, nicht nur welche mit 100 Seiten 😉 Sondern es waren auch ordentliche Schinken dabei – eine ganz bunte Mischung aus Klassikern, Krimis und Belletristik.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat (und Begründung)?
Hier kann ich gleich zwei Romane nennen, die ich als Rezensionsexemplare bekommen habe: Die 33. Hochzeit der Donia Nour und So bin ich nicht (Gretas Story) – beides Bücher, die ich mir sicherlich nie selber ausgesucht hätte, weil mich auf den ersten Blick Cover und Inhaltsangabe nicht so wirklich catchen konnten. Gelesen habe ich beide aber trotzdem und war positiv überrascht. Sie fallen zwar beide nicht wirklich in mein Bücherschema, aber ich

Gretas Story war absolut skurril, krass, verrückt, schräg und schonungslos. Dieses Buch war mal eine ganz andere Leseerfahrung, weil so was von direkt ist und heftig in dem, was erzählt wird und wie das ganze dann noch beschrieben wird. Gleichzeitig ist Greta eine herrliche Anti-Heldin, die mich sehr an Hannah aus der Serie Girls erinnert hat. Eben nicht das kleine süße Mädchen, das immer gerettet werden muss vom Helden.

Und Harem Ilmis Geschichte über Donia Nour hat mich auch positiv überrascht. In diesem dystopischen Roman steckt unheimlich viel Dynamit und man sollte sich definitiv nicht von dem blumigen Äußeren täuschen lassen. Bisher sind Dystopien ja überwiegend westlich geprägt, aber Ilmi nimmt uns mit ins Ägypten im Jahr 2048, in dem alle Bewohner vom Staat überwacht werden. Eine spannende Geschichte, bei der es nicht verwundert, dass der Autor sie lieber unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat (und Begründung)?
Hier muss ich leider ganz klar den neuen Harry Potter Band nennen. Ich hatte natürlich auf eine spannende Fortsetzung der Abenteuer um Harry und seine Freunde gehofft. An dem Stil des Dramas –  da man ja vorher wusste, dass es ein Bühnenstück ist – habe ich mich nicht gestört. Aber mir hat beim Lesen einfach der Zauber gefehlt. All diese wunderschönen Details und Nebenhandlungen aus J.K. Rowlings Büchern waren hier einfach nicht mehr da. Es wirkte einfach zu blass, genau wie seine Charaktere. Und besonders die beiden Hauptfiguren, Scorpius und Albus gingen mir irgendwie eher auf den Keks, als dass ich sie ins Herz geschlossen hätte…

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Ich habe von der lieben Susanne vom Diogenes Verlag auf der Leipziger Buchmesse einen ganz tollen Literaturtipp bekommen: Fuminori Nakamuras „Der Dieb“. In Deutschland ist der junge japanische Autor noch ziemlich unbekannt – und so hatte auch ich vorher noch nie von ihm gehört. Sein Roman um den (quasi) namenlosen Dieb, der sich irgendwo zwischen Krimi und psychologischen Roman einordnen lässt, hat mich beim Lesen total beeindruckt. Jedes Wort sitzt hier perfekt und man wird sofort in den Abgrund der Tokioer Unterwelt hineingezogen.

Außerdem habe ich Chimamanda Ngozi Adichie für mich entdeckt. Ich habe zuerst ihren Roman Die Hälfte der Sonne gelesen und war so begeistert, dass ich Blauer Hibiskus gleich hinterher lesen musste. Als Afrika-Fan hatte Adichie mich zugegebenermaßen schnell um den Finger gewickelt. Aber ihre Romane sind nicht die typischen „roter Wüstensand, viele Tiere und eine Liebesgeschichte“-Bücher. Vielmehr geht es um die Einzelschicksale der Menschen, die Historie des Biafra-Krieges und auch um die kulturellen Probleme, die daraus entstehen. Adichie schafft für mich perfekt den Spagat zwischen wundervoller Erzählstimme und bedrückender Handlung – mich hat sie damit oft zu Tränen gerührt.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Mein Lieblings-Cover in diesem Jahr ist Die Geschichte des Prinzen Genji. Nicht nur sind die zwei Bände der Neuauflage aus dem Manesse Verlag in einen wunderschönen Schmuckschuber verpackt, sondern die Bücher selbst sind in wunderschönem lila Leinen mit Blumenmuster verziert. Ich war sofort verliebt, als ich das Buchpäckchen dazu aufgepackt habe!

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2017 lesen und warum?
Ich habe natürlich schon ein bisschen in den Verlagsvorschauen geblättert und mich inspirieren lassen, welche Bücher im nächsten Jahr so locken. Ganz weit oben auf meiner Must-Read-Liste steht da der letzte Teil von Carlos Ruiz Zafons Tetralogie um den Friedhof der vergessenen Bücher, der endlich, endlich endlich erscheint. Im März soll der neue Band mit dem Titel „Das Labyrinth der Lichter“ in die Buchläden kommen. Darauf haben alle Fans der Reihe ja schon ewig gewartet! Ich bin unheimlich gespannt, wie die ganze Geschichte nun ausgehen wird.

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