Lesetipp des Monats: Middlesex

Hallöchen,
unser Lesetipp für Juli ist Middlesex von Jeffrey Eugenides. Ich weiß nicht, ob ihr davon schon einmal gehört habt, aber ihr solltet definitiv mal einen genaueren Blick darauf werfen, ob das nicht was für euch wäre. Es lohnt sich.

Eckdaten zum Autor:
Der US-amerikanische Autor Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit geboren. Seine Großeltern väterlicherseits sind aus Griechenland in die USA eingewandert. Dieses autobiographische Detail seiner Vorfahren wird in Middlesex verarbeitet. 2003 gewann er für Middlesex den Pulitzer-Preis. Eugenides ist Professor für Creative Writing an der Princeton University.
Wichtigste / Bekannteste Werke:
  • The Virgin Suicides (Die Selbstmord-Schwestern), 1993
  • Middlesex, 2002
  • The Marriage Plot (Die Liebeshandlung), 2011
Inhalt: 
Das tolle an diesem Roman ist, dass er gleich mehrere Geschichten beinhaltet. Denn Middlesex schildert die Geschichte dreier Generationen der Familie Stephanides. Chronologisch geht es mit den Großeltern Desdemona und Eleutherios los, wenngleich die Erzählung nicht chronologisch verläuft. Durch den griechisch-türkischen Krieg müssen die beiden 1922 nach Amerika zu ihrer Cousine Lina fliehen. Das pikante Detail ist, dass Desdemona und Eleutherios eigentlich Geschwister sind, sich aber auf der Überfahrt in die USA, wo sie niemand kann, als Ehepaar ausgeben und als dieses dort ankommen und leben. Sie bringen zwei Kinder auf die Welt: Milton und Zoe. Das Inzest-Thema geht weiter als sich Milton in seine Cousine 2.Grades, Tessie, verliebt und sie heiratet. Auch sie bekommen zwei Kinder: Chapter 11 und Calliope. Das Mädchen Calliope ist aber aufgrund einer Genmutation Hermaphrodit und so wird in der Pubertät aus dem Mädchen der Junge Cal. Diese Verwandlung ist das eigentliche Hauptthema, wie auch der Titel beweist. Die Nebengeschichten beinhalten das gesamte Leben der Großfamilie, von der Einwanderung, über den Aufbau und Erfolg einer eigenen Restaurantkette, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, bis zu deren Pleite. Dabei spielen viele wichtige historische Ereignisse der USA eine Rolle im Roman und beeinflussen das Leben der Familie Stephanides. Daraus ergeben sich viele einzelne Nebengeschichten und ein umfangreiches Gesellschaftsbild.

 

Unsere Meinung: 
Ich fand Middlesex einfach aufgrund seiner vielen, besonderen und gesellschaftlich relevanten Themen spannend. Ihr könnt erfahren, wie es ist, Immigrant in den USA zu sein, bei Ford zu arbeiten, die Prohibition mitzuerleben oder die Rassendemonstrationen in den 60er Jahren. Dazu kommen gesellschaftliche Themen wie Status und Erfolg und Tabuthemen wie Inzest und Geschlechtsumwandlung, bzw. Geschlechter- und Rollenverhalten. Dann von Anfang an ist klar, dass Calliope kein typisches Mädchen ist. Das hat sie/er immer schon gemerkt. Der Roman ist daher wahnsinnig vielschichtig und biete viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.
Ich hoffe, damit habe ich euch nun angestachelt, Middlesex auf eure Leselisten zu setzen 😉
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3 Kommentare

  1. Also DAS Buch habe ich vor "ewigen" Zeiten gelesen und es hat mir auch super gut gefallen! Daran – weniger an den Inhalt – kann ich mich noch richtig gut erinnern 😉 Das könnte ich in jedem Falle doch nochmals herauskamen, gute Idee!
    Liebe Grüße,
    Olivia

  2. Das ist ein wirklich wunderbares Buch. Ich habe es geliebt und die Lektüre sehr genossen. Nicht nur die Geschichte ist toll es ist auch richtig gut geschrieben. Danke für die Erinnerung an ein richtig gutes Buch. Ich hoffe, der ein oder andere wird es lesen.

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