Elena Ferrante: Die Geschichte eines neuen Namens

Die Geschichte eines neuen Namens

Bereits in meiner Rezension zum ersten Band von Elena Ferrante,“Meine geniale Freundin„, habe ich ja gesagt, dass mir der Hype um die wahre Identität hinter der Autorin völlig egal ist. Ich konzentriere mich lieber auf die Inhalte der Bücher.

Band 2: Die Sage geht weiter

Der zweite Teil deckt die späte Jugend und das junge Erwachsensein der zwei Freundinnen Elena und Lila ab. Lila, die am Ende des ersten Bandes, mit knapp 16 Jahre geheiratet hat, lernt das Eheleben kennen. Sie spielt gerne die elegante, verheiratete Signora und gibt viel Geld für schöne Dinge aus. Doch hinter den Kulissen ist ihre Ehe unerträglich. Ihr Mann Stefano zeigt sich bereits in der Hochzeitsnacht von einer ganz anderen, groben Seite und schläge Lila grün und blau. Dass sie keine Kinder bekommen können, weil Lila zu zart ist, sorgt für noch mehr Gerede und Unstimmigkeiten in Lilas Umfeld. Keine leichte Zeit für sie.

Elena geht währenddessen weiter aufs Gymnasium und büffelt. Nachdem sie mit Antonio Schluss gemacht hat, fühlt sie sich fast schon unsichtbar. Sie himmelt Nino Sarratore an, der sie aber kaum beachtet und wenn, dann nur um politische Diskussionen mit ihr zu führen.

Als Leser habe ich von Anfang an nicht erwartet, dass das Leben der beiden Mädchen in normalen Bahnen verläuft. Die Wendung lässt dann auch nicht lange auf sich warten: Lila und Elena sollen den Sommer über Urlaub am Meer machen, damit Lila etwas kräftiger wird. Elena, in ihrer Himmelei für Nino, sorgt dafür, dass sie wie er Urlaub auf Ischia machen. So beginnen scheinbar unbeschwerte Tage am Meer mit viel Schwimmen und Reden. Lila, Elena, Pinuccia, Nino und sein Kumpel Bruno mimen die scheinbar unbeschwerte Jugendclique. Lila kann tun und lassen was sie will, da ihr Mann Stefano nur am Wochenende zu Besuch kommt. Während Elena weiter naiv versucht, Nino durch tiefsinnige, philosophische Gespräche zu beeindrucken, hat der längst ein Auge auf Lila geworfen. Es kommt wie es kommen muss: Elena muss die heimlich Affäre von Lila und Nino decken und ist darüber totunglücklich.

Verständlicherweise führt dies zum Bruch zwischen den beiden Mädchen. Nach dem Urlaub zieht Elena ihr Ding durch, macht ein erfolgreiches Abitur und schafft es, ein Stipendium an der Uni von Pisa zu bekommen. Sie verlässt Neapel und lässt Lila in ihrer misslichen Lage allein.

Getrennte Wege

Ich fand die Entwicklung der Geschichte super. Elena schafft es, sich von Lila zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen. Lila kämpft auf ihre ganz eigene Art und Weise weiter und ist sich auch nicht zu schade, Geld und Luxus hinter sich zu lassen und ihren Mann zu verlassen. Beide Figuren werden auf ihre Weise erwachsen und lernen, ein eigenständiges Leben zu führen und sich zu behaupten. Obwohl sich die Figuren in komplett unterschiedliche Richtungen entwickeln und monatelang, sogar jahrelang, kaum Kontakt miteinander haben, ist eine deutliche Verbindung zwischen ihnen zu spüren. Jede inspiriert die andere unbewusst ihr Bestes zu geben. Dabei müssen beide emotional viel verkraft. Ich bin jetzt schon wahnsinnig auf die Fortsetzung gespannt.

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Eine Antwort

  1. Hallo Laura!
    Du bist auch im Ferrante Fever wie ich sehe 😉 Wenn du mal auf meinem Blog vorbeischaust, habe ich dich wie Mia von paper and poetry blog für den Versatile Blogger Award getagged – ihr seid ja zu zweit, da dachte ich, ihr könntet/möchtet ja vielleicht beide teilnehmen 🙂
    Liebe Grüße,
    Charlotte

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