Dave Eggers: Heroes of the Frontier

Heroes of the Frontier

Eine Familie auf Road-Trip

Josie muss dringend raus aus ihrem Alltag. Der Vater ihrer Kinder hat sie verlassen und will neu heiraten. Von einer Patientin wird sie verklagt und so muss Josie nun ihre Zahnarztpraxis aufgeben. Verständlich, dass sie fertig mit den Nerven ist. Sie schnappt sich ihre Kinder Paul, 8 Jahre, und Anna, 4 Jahre, und will möglichst weit weg. Sie landet in Alaska, wo sie ein altes, klappriges Wohnmobil mietet und ziellos durchs Land fährt. Das Abenteuer ist weniger idyllisch als gedacht, dann fast überall in Alaska brodeln gerade gefährliche Waldbrände.

Sie sucht Unterschlupft bei ihrer Ziehschwester, hält es aber dort nicht lange aus, weil diese sie mit ihren Problemen konfrontiert. Also reist sie auch von dort wieder überstürzt ab. Die Odysee geht weiter. Nirgends kommt Josie zur Ruhe und steigert sich immer mehr in ihre Wahnvorstellung rein, dass der Vater ihrer Kinder ihr auf den Spuren ist. Erst als sie am Ende der Welt angelangt sind, kommt die Katharsis. Während einer Bergwanderung, geraten die drei in eine gefährliches Gewitter und müssen um ihr Leben kämpfen. Als sie sich in Sicherheit gebracht haben, kommt sie langsam zur Ruhe.

Ich verstehe die Story, dass Josie sich von allem befreien muss. Aber die Erzählweise hat mich wenig beeindruckt. Komische und teilweise langweilige Episoden haben den Roman unnötig in die Länge gezogen. Zum Beispiel wird ausgiebig eine alberne Zaubershow auf einem Kreuzfahrtschiff beschrieben. Noch viel schlimmer sind Josies wahnwitzige Vorstellungen, wie sie alles und jeden, was sie in ihrem Leben nervt, in einem Musical inszeniert. Das ist total albern und nervig zu lesen. Am Schluss versucht sie durch komponieren, die düsteren Klänge aus ihrem Gehirn loszuwerden. Das ist ja legitim. Aber die seitenweise Beschreibung des Musicals ist eine Qual:

It was a show: Disappointed: the Musical. Think of it: the audience leaves Disappointed. How’d you like it? Disappointed. That would be the ad! After this show, you’ll leave disappointed. It couldn’t lose.“

Josie denkt, dass sie jeden enttäuscht hat und jeder sie enttäuscht hat. Sie hat kein Vertrauen mehr zu niemandem. Das ist zwar verständlich, aber diese Aufarbeitung in einem Musical nun tut nichts um die Entwicklung der Geschichte voranzutreiben.

Fazit zu „Heroes of the Frontier“

Die Thematik ist nicht neu. Die Art und Weise wie sie hier dargestellt wird soll vielleicht originell sein, das ist aber leider nicht geglückt. Es wirkt eher schrullig und albern. Ich habe das Buch zwar gelesen, aber es konnte mich die ganze Zeit über nicht richtig fesseln. Das lag mit Sicherheit auch an den Figuren, die zwar alle nett sind, denen es aber am Ende doch an dem letzten Fünkchen Besonderheit fehlt, um mich in ihren Bann zu ziehen. Somit ist „Heroes of the Frontier“ leider irgendwie nur lauwarm und sicher nicht Dave Eggers bestes Werk.

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