Lesetipp des Monats: Isch des bio?

Isch des bio von Baerbel Stolz

Diesen Monat gibt es mal einen etwas anderen Lesetipp. Kein Klassiker und auch kein Roman, sondern eine lustige Ansammlung von Anekdoten der Prenzlschwäbin. Bestimmt kennen einige von euch die Schwäbin, die sich vor vielen Jahren in Berlin ein neues zu Hause gesucht hat und jetzt auf ihrem YouTube-Kanal über die Klischee-Schwaben im Prenzlauer Berg parodiert. Diese nervigen Eltern mit ihren noch nervigeren Kinden, die Bruno-Hugo-Luis, Xenia-Adelheid und Wikipedia heißen. Und die nur Bio-Soja-Latte trinken und Quinoa essen.

In ihrem Buch „Isch des bio?“ sind genau diese Stories niedergeschrieben, zusammen mit Erinnerungen, wie sie Ende der 90er als 20-jähriges „Landei“ in die Großstadt Berlin zog um Schauspielerin zu werden. Bärbel Stolz ist nämlich eine waschechte Schwäbin und kommt aus derselben Gegend wie ich 🙂 Darum kann ich es auch so gut verstehen, wenn sie solche Sachen sagt wie: Nirgends bekommt man gscheite Butterbrezeln. Denn das stimmt, auch ich freue mich jedes Mal auf die Brezeln und Laugenweckle bei meinen Eltern zu Hause 😉 Es schmeckt einfach nirgends so gut wie im Schwabenländle!

Schwäbenlände und Berlin – in beidem zu Hause

Als heutige, eingelebete Berlinerin hat Bärbel nun zwei „Heimate“, die sie in ihrer lustigen Erzählweise immer wieder gegenüberstellt. So zum Beispiel auch wie die Antwort auf die Frage, wo sie herkommt, je nach Region ausfällt:

  • Auf der Schwäbischen Alb: „Wem ghaisch du?“ – Familie Schleker.

  • Innerhalb von Württemberg: Woher kommsch du? Von der Alb ra? Haha, was sind die drei schlimmsten Krankheiten? Cholera, Lebra, Alb ra!

  • In Berlin: Wo kommste her? Baden-Württemberg? Ist det München? Nee, aber auch da im Süden, wa? Unterhalb vom Weißwurstäquator jedenfalls.

Solche Sprüche kenne ich gut – auch von meinem Bruder, der vor gut 10 Jahren nach Berlin zog. Die Prenzlschwäbin trifft bei diesen Klischees voll ins Schwarze.

Besonders lustig finde ich auch die Story, wie Bärbels Mutter zu Besuch in Berlin ist und die beiden ins Kino gehen wollen. Bärbel sagt ihr, das Kino sei gleich um die Ecke. Aus der Mutter platzt es dann kurz bevor sie das Kino erreichen heraus:

„Ums Eck, sagst du? Wir sind jetzt S-Bahn gefahren, dann Tram, und jetzt laufen wir seit fast zehn Minuten. Da bin ich ja schneller von der Alb aus in Tübingen im Kino als du hier in Berlin.“

Bärbel antwortet darauf nur:

„Weeßte Muttern, janz Berlin is eene Wolke, und wir sind mittendrin.“

Als ehemalige Tübinger Studentinnen müssen Britta und ich hier wirklich schmunzeln. Britta, die ur-echte Berlinerin, war am Ende der Studienzeit doch froh, dieses kleine, schwäbische Kaff wieder in Richtung ihrer Heimat verlassen zu können. Und jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, denk ich mir: Hier könnte ich nicht leben, das ist mir zu groß! So sind die Menschen halt unterschiedlich. Aber habt ihr was gemerkt? Die Prenzlschwäbin ist quasi die Mischung aus Britta und mir. Und darum darf es unser Lesetipp im August sein.

Wer sich mit Schwaben und Berlinern anfreunden kann und vielleicht noch eine lockere, aufheiternde Urlaubslektüre sucht, der kann sich „Isch des bio?“ ja noch schnell zulegen. Vielleicht sogar für einen Städteurlaub in Berlin. Denn in einem Straßencafé im Prenzlauer Berg liest sich das Buch bestimmt noch viel besser als zu Hause auf dem Sofa 😉 Und wer weiß, vielleicht läuft euch die Prenzlschwäbin ja dann zufällig über den Weg.

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