Lesetipp des Monats: Hundert Jahre Einsamkeit

Den Lesetipp im Mai habe ich aus aktuellem Anlass ausgewählt: dem Tod des bekanntesten Autor Lateinamerikas Gabriel García Márquez am 17. April 2014. Ich denke, jetzt ist ein guter Zeitpunkt sein berühmtes Werk einmal näher zu betrachten und zu überlegen, ob man es nicht einmal lesen sollte.
Eckdaten zum Autor:
García Márquez wurde 1927 im kolumbianischen Aracataca geboren. In Bogotá studierte er Jura, bis er sich mehr für Journalismus interessierte. Sein erster Roman „Laubsturm“ erschien 1954. Mit „Hundert Jahre Einsamkeit“ wurde er 1967 berühmt. 1982 erhielt er den Literaturnobelpreis. Das Marquez politisch sehr aktiv war, spiegelt sich auch in vielen seiner Werke wieder.

Wichtigste / Bekannteste Werke:
  • Hundert Jahre Einsamkeit, 1967
  • Der Herbst des Patriarchen, 1975
  • Die Liebe in den Zeiten der Cholera, 1985

Inhalt:
Maqrquez BuchlingreportHundert Jahre Einsamkeit ist ein Roman der Moderne und der vor allem durch Marquez‘ speziellen Stil des „Magischen Realismus“ beeinflusst ist. Es ist die epische Chronik, der Aufstieg und Verfall der Familie Buendía und deren fiktiven Dorf Macondo in Kolumbien. Das ruhige Dorf wird über mehrere Jahrzehnten von verschiedenen sozialen Ereignissen geprägt: große Erfindungen, gewaltreiche Bürgerkriege, ausländische Firmen, die wirtschaftlichen Aufschwung bringen, Ausbeutung der Einheimischen und gewaltige Naturkatastrophen. Das Haus der Familie Buendía steht dabei immer im Mittepunkt mit den Figuren Ursula und José Arcadio Buendiá und ihren zahlreichen Nachkömmlingen. Über sechs Generationen hinweg tauchen die Kernthemen Gewalt und Einsamkeit auf. Eine genaue Inhaltsangabe zu machen scheint fasst unmöglich bei der Vielzahl an Themen und Verstrickungen der Familie Buendia.
Unsere Meinung:

Da García Marquez einen ganz eigenen Schreibstil hat und diese lange Geschichte nicht chronologisch, sondern durcheinander erzählt, ist die Lektüre von Hundert Jahre Einsamkeit manchmal schon eine kleine Herausforderung. Es scheint manches Mal keinen roten Faden zu geben. Auch sein detailreicher Erzählstil erfordert eine ausdauernde Lesebereitschaft. Trotzdem ist es ein besonderer Roman, den man gelesen haben sollte. Allein schon um sich ein besseres Bild von Lateinamerika zu machen. Und der verschlungene Schreibstil Marquez‘ hat seinen ganz besonderen Reiz! Ist man grade noch von dem Schicksal einer Figur zu Tränen gerührt, kommt man auf der nächsten Seite kaum noch aus dem Lachen heraus, weil die Geschichte immer aberwitzige Wendungen bereithält. Eine schnelle Lektüre für Zwischendurch ist Hundert Jahre Einsamkeit ganz sicher nicht! Aber wer sich darauf einlässt und Geduld hat, kann tief in die magische Welt der Buendias eintauchen.

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